Guy Ritchie hat im Laufe seiner Karriere als Filmregisseur genau zwei Film gedreht. Auf der einen Seite der von Zuschauern und Kritikern als indiskutabel bezeichnete Madonna-Film Stürmische Liebe – Swept Away und auf der anderen Seite eine als Kultfilm titulierte Thriller-Komödie im Gangstermilieu mit dem Namen Bube, Dame, König GrAs. Alle nachfolgenden Filme (Snatch – Schweine und Diamanten, Revolver, Rock N Rolla) folgen letztlich der gleichen Erzählstrukur und bieten lediglich Varianten des Konzepts von Bube, Dame, König, GrAs. Bezeichnend für diese Filme ist ein Übermaß an möglichst skurrilen Charakteren und Ideen, kombiniert mit brititschem Rüpel-Charme und Hau-Drauf-Brutalität. Guy Ritchie vermittelt ein fatalistisches Weltbild und trifft mit dieser Kombination punktgenau den Nerv vieler Kritiker und vor allem den des Publikums. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Ritchie sich außerhalb seiner eigens geschaffenen Genre-Grenzen erstmal beweisen muss. Mit Sherlock Holmes hat er erstmals die Möglichkeit dazu.
Sherlock Holmes ist den meisten Kinozuschauern ein Begriff, doch ein wirklich tiefgreifendes Bild der komplexen Romanfigur von Sir Arthur Conan Doyle fehlt dem Großteil des Publikums, liegt doch die letzte bekannte Kino- oder Serien-Adaption schon viele Jahre zurück. Sherlock Holmes ist für viele nur noch eine Popfigur. Als einziges bekanntes Merkmal bleibt der analytische Scharfsinn im Gedächtnis. Auf diese Weise kann Ritchie die Roman-Vorlage und vor allem den Charakter seiner Protagonisten nach belieben an die heutige Zeit und vor allem seinen persönlichen Stil anpassen. Weiterlesen...