Die Diskussion um das potentielle Skandalvideo zum Track “Stress” der Franzosen Justice fand eigentlich schon vor einigen Wochen bzw. vor ziemlich genau zwei Monaten im Netz, in den Blogs und sogar in dem einen oder anderen Printmedium statt.
Da es die Untoten zum damaligen Zeitpunkt in dieser Form noch nicht gab, das Video weiterhin sehenswert ist und es mit Sicherheit genug Leute gibt, die es noch nicht kennen bzw. noch nie davon gehört haben, gibt es keinen besseren Anlass den kalten Kaffee von gestern wieder aufzuwärmen wie heute. Wieso? Einfach so halt…
Kein Wunder das dieses Video zu Diskussion führt, oder?!
Die Zeitschrift SPEX ist jedoch eines der wenigen Medien, die darüber zwar durchaus nicht unkritisch, aber in keinem Fall polemisierend berichten:
Das Thema ist heikel: Bedient Gavras – wie andernorts angemerkt – Stereotypen, sogar Rassismen? Sicherlich hört und liest man immer wieder von Gewaltübergriffen in den Pariser Vororten, von Gangrivalitäten und Überfällen. Ebenso gut könnte man dieses Bild allerdings auch von einem differenzierteren Standpunkt aus betrachten. Gavras wählt den plakativen – aus cineastischer Sicht absolut sehenswerten – Weg, der aber wiederum die Frage aufwirft, wen er mit diesen drastischen Bildern anzusprechen gedenkt: die Politiker, die an den Pariser Umständen etwas ändern möchten? Oder diejenigen, die in den Vorstadtbewohner nur Ausländer sehen, die es abzuschieben gilt?
Ob Skandalös oder einfach nur provokant, in künstlerischer und handwerklicher Hinsicht kann man dem Video mit Sicherheit keinen Vorwurf machen.
Share