Maxis sucht den Superdesigner

Beitrag von chrisch 31 - Juli - 2008

Seit einiger Zeit wird viel über das neueste Werk der Spielefirma Maxis berichtet: Spore. Im Grunde eine interessante Idee, die gute Ansätze aus vergangenen Konzepten vereint: ein wenig Evolution simulieren wie “Evo” auf dem SNES (und ebenso wie dort als Einzelkämpfer stark werden), danach Aufbaustrategie wie Siedler, Anno 1602 oder Age of Empires (je nach strategischem Gusto wohl), und letztlich den Weltraum kolonisieren wie in diversen Browserspielen, die starke Multiplayer-Ausrichtung mit eingeschlossen – obgleich es fairerweise auch offline spielbar sein wird, nur logischerweise ohne den ganzen Inhalt, der dynamisch von Maxis und der Spielergemeinde eingebracht wird.

Klingt eigentlich ganz witzig, es dürfte wohl nicht allzu viel Spieltiefe erwartet werden, dafür etliche Lacher aufgrund all der irrwitzigen Lebensformen, die in diesem virtuellen Kosmos anzutreffen sind. Denn jeder Spieler kann potentiell seine eigenen Kreaturen entwerfen und hochladen, d.h. an Maxis schicken, damit sie ins Spiel eingebaut werden. Das Zauberwerkzeug dazu heißt Spore Labor und ist eingeschränkt kostenlos nutzbar (nur 25% aller Designmöglichkeiten stehen da zur Verfügung), die volle Version kostet dagegen 10€.

Hoppla, das *kostet* was? Ja, ganz recht. Da muss man doch einfach Respekt zollen: die Benutzer zahlen für ihr unglaubliches Privileg, den Entwicklern Arbeit abnehmen zu dürfen – gegen einen Hauch Ruhm, dass die eigenen Kreaturen später im Spiel auftauchen. Was für ein netter Trick, aber irgendwie fand ich ihn ein wenig unverschämt – denn der 10€-Editor soll im vollen Spiel ohnehin enthalten sein; klingt also zusätzlich noch nach zweimal zahlen. Das hat das Spiel für mich etwas abgewertet, es erinnert mich ein wenig an DSDS, bei dem die Gewinner eigentlich auf der anderen Seite des Tisches sitzen.

Aber sicherlich hat dies das Spiel nicht so sehr abgewertet wie die Tatsache, dass es von EA publiziert wird. Letztere Gesellschaft ist unter anderem für nette Dinge wie den restriktiven Kopierschutz von Mass Effect auf der PC-Plattform verantwortlich, der per SecuROM regelmäßig abfragt, ob den die Version immer noch legal ist oder nicht auf mehr als drei Rechnern installiert. Als immer noch begeisterter PC-Zocker stelle ich mir dir Frage, ob ich einen Publisher unterstützen soll, der mich als Nicht-XBOXler wie einen Kunden zweiter Klasse behandelt. Da möchte er auch noch so viele kreative Spielemacher an sich reißen.

Nee, nee. Da wird meine erste Schöpfung “Erwin” wohl auch meine Einzige bleiben. Aber immerhin hab ich mich mit der freien Version des Labors doch kurzzeitig köstlich amüsiert.

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Vielleicht werde ich in Jahren mal zugreifen, wenn der Titel auf dem Wühltisch zu finden ist und EA sich um “seinen alten Dreck” nicht mehr schert, der keine Kohle mehr einbringt (sprich: wenn es Deaktivierungspatches für den Kopierschutz gibt).

erwin6.pngerwin7.png

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Ein Kommentar zu “Maxis sucht den Superdesigner”

  1. phil sagt:

    Hmm, grundsätzlich teile ich deine Einstellung zu dem Thema, wobei das Ganze für mich persönlich nicht so radikale Auswirkungen hat. Wenn mich ein Spiel wirklich reizt (wie z.B. Mass Effect), dann halten mich auch solche Restriktionen nicht vom Kauf ab. Ich weiß, ich sollte mit meiner xbox360 meinen Mund halten, aber selbst die PC Version des Spiels hätte ich mir gekauft. Zumal: Wer installiert schon ein Spiel auf mehr als drei PCs gleichzeitig?!

    Trotzdem: Wehret den Anfängen!

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