Comic-Kritik: Fables – Legenden im Exil #1

Beitrag von phil 24 - August - 2008

Ein Comic über Märchenfiguren? Klingt im ersten Moment recht langweilig, aber der eigentliche Clou dieses Comics liegt eben in genau diesem Szenario.

Fables - Legenden im ExilEine böse Macht im Universum ([Sarksmus on] mal ganz was Neues [Sarkasmus off]) hat nach und nach alle möglichen Welten erobert und als das Ganze auch mit der Welt der Märchenfiguren oder Fables, wie sie sich selbst nennen, passiert, sind diese armen Kreaturen gezwungen ihre Welt Hals über Kopf zu verlassen und in die Welt der Menschen überzusiedeln. In der Welt der Menschen sind sie sicher, denn anscheinend findet “das Böse” diese Sphäre so undenkbar langweilig, dass es von einer Invasion absieht. So weit so schlecht, aber das soll ja nur den Ausgangspunkt der Geschichte darstellen.

Nach der Umsiedelung gibt es zwei grundlegende Probleme: Zum Einen sehen viele Fables eben nicht aus wie Menschen und die sollen natürlich auf keinen Fall mitbekommen, dass sich die Märchenwesen unter ihnen befinden. Zum anderen gibt es auch unter den Fables eine ganze Reihe böser Individuen. Was geschieht also mit denen?
Das Problem mit dem Aussehen wurde auf zwei Arten gelöst. Diejenigen, die über ein menschliches Äußeres verfügen oder die notwendigen finanziellen Mittel besitzen sich mit Hilfe von Magie ein solches zuzulegen, dürfen sich in Fabletown mitten in New York ansiedeln. Der Rest wird auf einer mit Magie abgeschrimten Farm weit außerhalb der Stadt untergebracht (Stichwort: Zwei-Klassen-Gesellschaft). Das zweite Problem wurde denkbar einfach gelöst. Es gab eine Generalamnesie für alle Fables. Sprich: Alle hatten die Möglichkeit wieder bei Null anzufangen und es diesmal besser zu machen.
Allein diese beiden Grundprobleme bieten genug Stoff für dutzende Geschichten und garantieren somit bereits im Vorfeld einen lang anhaltenden Lesespass.

Soviel zum Grundszenario. Band eins beginnt damit, dass ein Fable mit dem Namen Jack (das war der mit den Bohnenranken) beim Sheriff von Fabletown (Bigby Wolf => Big B. Wolf => großer, böser Wolf) reinstürzt und berichtet, dass seine Freundin Rose Red (Rosenrot aus “Schweeweißchen und Rosenrot”) verschwunden und ihre Wohnung einem Blutbad gleicht. Daraus entsteht in der Folge eine typische aber sehr gut durchdachte Detektivgeschichte. Bigby Wolf agiert wie eine Mischung aus verkapptem Sherlock Holmes und Humphrey Bogart in “Der Malteser Falke”, was richtig gut zu seinem Charakter passt und lässt den Leser bis zur Auflösung des Mordfalls eifrig miträtseln. Mit von der Partie sind u.a. Snow White (im engl. sowohl Schneewitchen als auch Schneeweißchen) als Vize-Bürgermeisterin von Fabletown, Lord Beast und Miss Beauty, die Eheprobleme haben, was sich unmittelbar auf Lord Beasts Äußeres auswirkt, Prince Charming, Flycatcher (der zurückverwandelte Froschkönig), u.v.m.

Von der Geschichte soll an dieser Stelle nicht allzuviel verraten werden, denn die ist in der Tat sehr lesenswert und bildet mit seinem Ende auch gleich den Ausgangspunkt für weitere Geschichten aus dem neuen Land der Fables. Und wenn man dem Einband Glauben schenken darf, dann hat dieses Comic auch bereits 5 der begehrten Eisner Awards erhalten. Sozusagen der Oscar unter den Comic-Preisen, wenn wir uns nicht irren.

Fazit: Fables ist nicht perfekt, aber ein sehr unterhaltsamer und interessanter Spass mit sehr vielen interessanten Anspielungen auf die ursprüngliche Welt der Märchen und einem tollen Szenario. Da wir glauben, dass sich das Ganze in den folgenden Bänden noch spürbar steigern lässt, sehen wir an dieser Stelle noch von einer ganz hohen Bewertung ab und sagen lesenswert!

Rating: ★★★★☆

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Ein Kommentar zu “Comic-Kritik: Fables – Legenden im Exil #1”

  1. [...] Kurzem hatten wir bereits eine ausführliche Kritik zum ersten Band von Fables präsentiert und führen die Reihe nun fort, indem wir auch den zweiten Band rezensieren. All [...]

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