Vor Kurzem hatten wir bereits eine ausführliche Kritik zum ersten Band von Fables präsentiert und führen die Reihe nun fort, indem wir auch den zweiten Band rezensieren. All denjenigen, die den ersten Band der Reihe noch nicht gelesen haben, es aber in absehbarer Zeit zu tun gedenken, raten wir allerdings vom Lesen der folgenden Absätze ab.
Der zweite Band von Fables knüpft nämlich direkt an die Geschehnisse von Band 1 an. Rose Red und Jack brummen ihre Strafe ab, die sie aufgrund der vorhergehenden Verwicklungen erhalten haben. Während Jack dazu verdammt wurde Sozialdienst zu leisten, wird Rose Red von ihrer Schwester und stellvertretenden Bürgermeisterin Snow White dazu verdonnert, mit ihr aufs Land zu fahren – genauer gesagt zur Farm, jenem Ort an dem die nicht-menschlichen Fables untergebracht sind und unter der Leitung von Weyland Smith (Wieland der Schmied) leben. Der Ausflug soll jedoch nicht nur der Zusammenführung der zwei entzweiten Schwestern dienen, sondern auch der Regelung einiger adminsitrativer Aufgaben von Seiten Snow Whites. Außerdem ist da noch Colin, eines der drei kleinen Schweinchen, welches in Band 1 von der Farm geflohen, in der Stadt aufgetaucht ist und nun im Zuge des “Ausflugs” wieder zur Farm deportiert werden soll. Wir erinnern uns: Nicht-menschliche Fables und solche, die keine Möglichkeit haben, ihr Aussehen anzupassen, müssen sich auf dem Farm-Gelände aufhalten. Auf der Farm angekommen ist jedoch nichts mehr so, wie es einmal war. Weyland Smith ist verschwunden und einige der Fables verhalten sich merkwürdig und sehr konspirativ. Dann wird auch noch Colin ermordet und sein Kopf auf einem Pfal aufgespießt gefunden…
Auch wenn Band 1 eine abgeschlossene Geschichte darstellt, knüpfen alle Handlungsstränge des zweiten Bandes direkt daran an und führen die Geschichte sinnvoll fort. Die Charaktere werden logisch weiterentwickelt und ausgebaut. Außerdem bekommt der Leser eine erste Ahnung, in welche Richtung sich der Comic in den späteren Bänden noch entwickeln wird. Das macht Spass auf mehr zumal die möglichen Anspielungen auf historische Geschehnisse, ethnische Konflikte und das Vorleben einzelner Fables schier unerschöpflich scheint. Bill Willingham, der Autor von Fables, hat nicht nur einen riesigen Pool an Ideen, er versteht es auch, diese im Zuge des Märchen-Szenarios perfekt umzusetzen. Einziges Manko: Bigby Wolf, der “Sheriff” von Fabletown und Hauptcharakter aus dem ersten Band muss im zweiten etwas zurückstecken und hat nur sehr wenige Auftritte, was jedoch anderen Fables (z.B. den Tieren aus dem Dschungelbuch oder den drei kleinen Schweinchen) die Möglichkeit gibt, genauer beleuchtet und dargestellt zu werden.
Fazit: “Die Farm der Tiere” rangiert auf einem ähnlich guten Niveau wie auch schon “Legenden im Exil”. Wer Teil 1 mochte, der wird auch Teil 2 mögen und sich auf Teil 3 freuen.
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