Wenn euch der binärische Ernst mal wieder über den Kopf wächst, dann werft mal einen Blick auf Psychonauts, einen kleinen, aber feinen Titel aus dem Jahre 2005. Da es das Spiel schon so ewig gibt, kommt wohl jede PC-Hardware kichernd damit zurecht, und bei der XBox reicht ebenfalls die Urvariante (die Grafik sieht übrigens einwandfrei aus, ich hab lediglich schrottige Bilder geschossen… naja).
Wer auf große Namen steht: Tim Schafer als Designer – bitte sehr. Und ähnlich irre wie in Grim Fandango geht es denn auch selbstverständlich in diesem Stück zu, das man am besten als eine Art Mischung aus Jump&Run und Adventure beschreiben kann. Obwohl man zuerst nicht so recht weiß, warum man den Titel intuitiv als Adventure einstuft. Der Grund ist schlicht die Geschichte, die einen in den Bann zieht, eher ungewöhnlich für ein Jump&Run.
Worum geht’s also? Um den Zirkusjungen Razputin, der mit psychischen Kräften gesegnet ist und sich ins bekannte “Sommerlager am Flüsterfelsen” einschleicht. Dort beginnt dann seine Ausbildung zum Psychonauten, und selbstverständlich geht’s nachher im Lager noch richtig rund. Und zwar sowohl in der realen Welt als auch in den Psychen der Ausbilder und anderen Schlüsselfiguren. Und diese Welten sind wirklich, wirklich originell sowie thematisch hübsch aufgearbeitet. Von einer riesigen Disco-Tanzparty über Lungenfisch City bis hin zu einer hirnkräuselnden Operndarbietung ist da ein recht hübsches irres Spektrum vertreten, und daher gelingt dem Spiel etwas sehr Seltenes: nicht eine einzige Stelle darin ist langweilig!
Es gibt schlicht immer etwas zu entdecken. Ob das nun in der realen Welt die Gespräche der anderen Kinder im Lager sind, oder ob man die Kraft des Hellsehens auf irgendwelche anderen Personen anwendet (um dann festzustellen, das wirklich jede Razputin anders sieht), überall sind liebevolle Details – und zwar nicht zu Lasten des Rests. Das passt auch ungemein gut zu dem Konzept, dass man durch das Sammeln verschiedener Dinge den Psychonauten-Level hochtreiben kann, um zuerst neue und später verbesserte Fähigkeiten zu erhalten, denn alles ist wiederholt begehbar und durchkämmbar.
Für jeden Level ist per Statistik genau ersichtlich, was es alles zu holen gibt, gegen lange Latscherei gibt es eine Art Teleporter oder ein unterirdisches Zugsystem unter dem Lager, kurz: die Benutzerführung und das Leveldesign stimmen ebenfalls. Allenfalls diejenigen, für die nur richtig harte Jump&Run-Herausforderungen zählen, sollten sich lieber was anderes suchen – bei Psychonauts geht’s ganz klar um Spaß, und bis auf eine einzige Passage im letzten Level geht alles angenehm von der Hand. Auch die diversen Bosse sind recht freundlich zu meistern, denn wenn man die Schwachstelle gefunden hat, braucht’s in der Regel nur vier oder fünf Treffer. Und wenn man selbige Schwachstelle mal ums Verrecken nicht findet, hilft Oberagent Cruller aus, indem Razputin ihn mit einem Stück Speck aus dem eigenen Ohr lockt (ein dezenter Hinweis, wie irre es werden kann…)
Selbstverfreilich ist die Musik von Peter McConnell eine stimmige und unglaublich gute Untermalung zu dem chaotischen Treiben. Zufällig war er auch schon bei Grim Fandango und diversen Monkey Island-Teilen dabei. Die neue Fassung von Bard’s Tale des Jahres 2004 geht ebenfalls auf seine Rechnung.
Fazit: Psychonauts ist wirklich das beste Spiel, das uns seit langem untergekommen ist. Und es kostet dieser Tage auch so gut wie nichts mehr – klare Kaufempfehlung.
Das Spiel ist übrigens beim Publisher Majesco erschienen – und von dem stammt auch ein komplett gegensätzlicher Titel, der hier ebenfalls demnächst mal beschrieben werden wird…
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GANZ großartiges Game. Ich hab das neulich auch wieder gespielt und das macht echt immer wieder Spaß heraus zufinden, was es zb mit dem Milchmann auf sich hat
oha, das muss ich unbedingt mal anspielen. dein review hat mich überzeugt, chrisch!
[...] zweiten Titel, der vom Publisher Majesco um 2005/2006 veröffentlicht wurde (der erste Titel war Psychonauts – wir erinnern uns). Dieses Mal nehmen wir Advent Rising unter die [...]