Filmkritik: Wall-E

Beitrag von phil 30 - September - 2008

Viel wurde bereits im Vorfeld über Wall-E geschrieben und berichtet. Nicht von uns, aber von anderen Blogs, Magazinen, Plattformen etc. Bei dem Hype, der um den Film gemacht wird, vergibt anscheinend jeder gleich unreflektiert die volle Punktzahl. Das soll bei uns natürlich nicht der Fall sein, weswegen wir uns am Wochenende ein genaueres Bild von Pixars neuestem Output gemacht haben.

wall-e-poster3.jpg

Zur Geschichte muss eigentlich nicht viel gesagt werden. Wir fassen dennoch kurz zusammen: Kleiner Roboter räumt die Erde auf, weil die Menschen sie so arg verschmutzt und zugemüllt haben. Die Menschheit selbst hat sich so lange ins All verpisst. Wall-E ist nun scheinbar der letzte seiner Art – alle anderen sind im Laufe der Zeit kaputt gegangen – und fristet sein blechernes Dasein mit dem Verarbeiten und Aufräumen von Müll. Nebenbei entpuppt er sich als kleiner Messie und als ein Freund einer kleinen Kackerlake. Was soll er auch anderes tun.

Eines Tages landet jedoch ein Raumschiff der Menschen auf der Erde und sendet unzählige Aufklärungssonden mit dem Namen Eve los. Eine davon kreuzt auch die Wege von Wall-E, der von der weißen und makellos designten Sonde standesgemäß sehr fasziniert ist. Voller Eifer versucht er Eve’s Aufmerksamkeit zu erlangen, was jedoch schwieriger ist, als angenommen, denn die ballert lieber gleich alles über den Haufen. Irgendwann nähern sich die beiden dann doch an und Wall-E begint sie in “seine” Welt einzuführen. Hier könnte der Film auch schon enden, hätte Wall-E nicht irgendwann eine Pflanze entdeckt und sie Eve stolz präsentiert. Denn die liebe Eve ist auf der Suche nach Leben auf der Erde, schnappt sich die Pflanze, setzt sich selbst in Stasis und wartet darauf wieder abgeholt zu werden. Wall-E ist natürlich schockiert vom Verhalten seiner neuen Freundin und folgt ihr unentdeckt in das Raumschiff, welches sich auf den Weg zurück zu den Menschen macht…

Bis hierhin und nicht weiter wollen wir auf die Geschichte eingehen, die in etwa das erste Drittel des Films ausmacht. Dieses Drittel ist auch gleich schon der Höhepunkt des Films, auch wenn die eigentliche Geschichte erst dann beginnt. Mit kindlicher Erregung und untermalt von Songs aus den 50ern folgt man dem Treiben des kleinen Wall-E und seinen Annäherungsversuchen an Eve. (Wo wir gerade bei Eve sind: Ist die eigentlich von Apple designt worden?) Mit Beginn der eigentlichen Handlung, beginnt der Film dann etwas abzubauen. Er wird nicht schlecht, nein, die Geschichte ist immer noch lustig und macht Spass anzuschauen, allerdings kann das Niveau vom Anfang nicht gehalten werden. Irgendwie stellt sich einem jedoch das Gefühl ein, dass man in der Folge nicht mehr viel Neues geboten bekommt. Viele Gags sitzen immer noch punktgenau, aber so richtig reißt einen die Geschichte dann doch nicht mit. Vielleicht ist sie einfach zu vorhersehbar.

Fazit: Wall-E ist toll und macht jeden Menge Spass, aber im Vergleich zu den anderen Pixar Filmen – vor allem Monster AG, Findet Nemo und die Unglaublichen – hat der Film knapp das Nachsehen. Das gewisse Etwas fehlt einfach noch. Wir können nicht genau sagen, was es ist, denn im Grunde ist alles perfekt: Der Look, die Charaktere, die Musik, die Gags. Dennoch hat Wall-E kleinere Schwächen, wobei wir zu Gute halten wollen, dass es gar nicht so einfach ist, eine Geschichte zu erzählen, ohne dass die Charaktere wirklich sprechen können.

Für uns heißt das Rating: ★★★★☆

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