Das Amulett der Mumie - Gruselkabinett 2Es ist schon einige Wochen her, als wir den ersten Teil der Hörspielreihe Gruselkabinett besprochen haben. In der Zwischenzeit haben wir uns natürlich weitere Folgen zu Gemüte geführt und führen die Reihe folgerichtig mit einer Kritik zu Folge 2 – mit dem Namen “Das Amulett der Mumie” – fort. Die Geschichte basiert dabei auf einer Geschichte von Bram Stoker, die er irgendwann nach “Dracula” geschrieben hast und die bereits mehrfach verfilmt wurde:

London 1904 – Abel Trelawny fällt in seinem mit Pharaonenschätzen bestückten Haus in ein mysteriöses Koma. Seine Tochter Margaret und sein junger Anwalt sind ratlos. Eigenartigerweise hat Trelawny offenbar mit einem solchen Vorfall gerechnet und entsprechende Verfügungen hinterlassen. Es scheint ein unheimlicher Zusammenhang mit Tera, einer magiekundigen Pharaonin, zu bestehen. Teras Mumiensarkophag hatte Trelawny just in dem Augenblick entdeckt, als seine Frau während der Geburt Margarets in London starb …

Quelle: Titania Medien

Wie bereits “Carmilla, der Vampir” (Gruselkabinett #1) entstammt auch dieses Hörspiel thematisch der sogenannten Schauer-Romantik und ist – wie bisher alle Gruselkabinett-Hörspiele – atmosphärisch ebenso stark in Szene gesetzt. Maßgeblichen Anteil daran haben natürlich in erster Linie die exzellenten Sprecher, unter denen sich auch Synchronsprecher bekannter Hollywood-Stars wie Whoopie Goldberg (Regina Lemnitz) oder Christopher Lee (Christian Rode) wiederfinden. Während wir allerdings in Folge 1 von der Dramaturgie der Geschichte des Autors J.S. LeFanus und dem daraus resultierenden Endergebnis nicht wirklich begeistert waren, zeigt sich bei Folge 2 wiederum, welches Potential die Hörspielreihe zu bieten hat, wenn die literarische Vorlage diesbezüglich mehr hergibt.

Dennoch und trotz der großen Steigerung zu “Carmilla, der Vampir” sollte das qualitative Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein. Wir sehen hier weiterhin Steigerungspotential, auch wenn Titania Medien durch die stimmige Umsetzung im Grunde alles richtig macht. Wer nicht gerade überschwenglich in Grusel-Romantik gebadet hat, wird allerdings feststellen müssen, dass auch vormals gute Geschichten im Laufe der Jahrzehnte (oder besser gesagt Jahrhunderte) ihren Reiz verlieren können. Ganz so extrem ist es in diesem Fall natürlich nicht, wobei die Geschichte – bei allem Respekt vor Bram Stoker – aus heutiger Sicht schon etwas angestaubt wirkt.

Nichtsdestotrotz bietet “Das Amulett der Mumie” (knapp) überdurchschnittliche Unterhaltung auf produktionstechnisch sehr hohem Niveau. Wer sich mit Folge 1 bereits anfreunden konnte, der kommt um Folge 2 nicht herum. Ein atmosphärischer Spass für Zwischendurch bzw. kurz vorm zu-Bett-gehen.

Rating: ★★★☆☆

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