Die Familie des Vampirs - Gruselkabinett 3“Die Familie des Vampirs” führt die Hörspielreihe Gruselkabinett konsequent fort und bedient sich inhaltlich weiterhin an der klassischen Literatur der Horror-Romantik. Alexei Konstantinowitsch Tolstoi, ein Cousin von Leo Tolstoi, schrieb diesen Klassiker und setzte damit dem osteuropäischen Volksglauben des Vampirismus ein würdiges Denkmal. Die Geschichte spielt dabei hauptsächlich im Jahr 1788 in Kisolova, einem Dorf in Serbien. Die Umsetzung des literarischen Stoffes beginnt inhaltlich ziemlich genau zur Zeit des Wiener Kongresses. Serge d’Urfe erzählt etwa 20 Jahre nach den Vorfällen rückblickend von den Geschehnissen:

Ein Wintereinbruch hindert Serge d’Urfe an der Fortsetzung seiner Reise. Im Haus der Familie des alten Gortscha findet er Schutz vor den Wölfen und gefallen an der schönen Zdenka. Der Hausherr selbst ist vor Tagen aufgebrochen, um den berüchtigten Vampir Alibek zu töten. Zuvor hatte er seiner Familie eingeschärft, ihn keinesfalls mehr einzulassen, wenn er nach einer festgelegten Frist komme, da er dann selbst zum Vampir geworden sei. Mit Ablauf der Frist begehrt Gortscha Einlass in sein Haus …

Zur Produktion der Gruselkabinett-Reihe müssen wir mittlerweile wohl keine großen Worte mehr verlieren, denn sie ist auch diesesmal außerordentlich gelungen. Als Sahnehäubchen lässt sich vielleicht noch anmerken, dass für die Rolle des Serge niemand geringerer als David Nathan, seines Zeichens Synchronsprecher von Johnny Depp und Christian Bale, verpflichtet werden konnte. Allein dessen Mitwirken und vor allem dessen Stimme verleihen der Geschichte das gewisse Etwas.

Während Titania Medien mit “Carmilla, der Vampir” eine mittelschwere Bauchlandung hinlegte, kann diese Vampir-Geschichte durchaus überzeugen und ist wesentlich spannender inszeniert. Der Aufwärtstrend, den man “Das Amulett der Mumie” begonnen hat, hält daher auch diesmal an. Im Vergleich zu heutiger Vampir Literatur muss man allerdings auch bei der Geschichte von A.K. Tolstoi einige Abstriche machen. Wer bereits genügend Literatur aus diesem Subgenre gelesen bzw. entsprechende Filme dazu gesehen hat, der kann sich den Großteil der Geschichte und dessen Verlauf zumeist im Vorfeld bereits denken. Der Spannung und vor allem der Atmosphäre tut dies jedoch keinen Abbruch und so überzeugt die Geschichte von Anfang bis (fast) zum Schluss. Lediglich das Ende ist für unsere Begriffe unbefriedigend und emotionslos.

“Die Familie des Vampirs” ist kein Meisterwerk, dafür aber ein gutes Stück atmosphärischer Grusel-Unterhaltung, welches seine Stärken weiterhin in der Produktion und der Leistung der Sprecher hat.

Rating: ★★★½☆

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