Im August diesen Jahres hatten wir zum ersten Mal von der Verfilmung des Endzeit-Rollenspiels The Mutant Chronicles berichtet und einen entsprechenden Trailer gepostet, der wirklich Lust auf mehr gemacht hat. Das proklamierte Star Aufgebot, allen voran Ron Perlman, John Malkovich, Benno Führmann, Devon Aoki (bekannt aus Sin City) und Thomas Jane, tat hierzu sein übriges. Wie allerdings bereits zu vermuten war, hat es der Film hierzulande nicht in die großen Lichtspielhäuser geschafft und wurde direkt auf DVD veröffentlicht. Zeit für uns, einen Blick auf zu riskieren, denn Filme dieser Gattung sind in den letzten Jahren äußerst rar geworden.
Im Jahre 2707 befindet sich die ganze Welt im Krieg. 4 Großkonzerne wollen die Vormachtstellung und somit Zugriff auf die natürlichen Ressourcen der Erde haben. Doch in diesem erbitterten niemals endenden Krieg kommt ein längst verschollener Gegner zurück: “The Machine” eine aus dem All kommende Tod bringende Maschine die Menschen in blutrünstige Mutanten verwandelt. Das Schlachtfeld ist schnell übersäht mit Leichen von Soldaten aller Nationen. Die Bruderschaft um Samuel (Ron Perlman) die den verschollenen Ort der Maschine jahrtausende geheim halten konnte stellt eine Truppe von Söldner zusammen, die verrückt genug ist zum Herz der Maschine vorzudringen, um diese zu zerstören. Angeführt von Major Mitch Hunter (Thomas Jane) ziehen sie los auf eine Mission ohne Wiederkehr…
Auffallend an The Mutant Chronicles ist in den Anfangsminuten neben der düsteren Atmosphäre und dem einzigartigen Setting aus 2. Weltkriegs-Optik und Steampunk-Elementen, die (teilweise) grauenhafte, deutsche Synchronisation. Im weiteren Verlauf des Films gewöhnt man sich etwas daran, so dass sie letztlich nicht mehr allzu sehr negativ ins Gewicht fällt. Die Fargebung ist stark reduziert, so dass hauptsächlich Grau- und Brauntöne überwiegen, was jedoch ebenfalls kein Negativum darstellen soll, denn gerade dadurch wird der Film optisch ansprechend präsentiert. Allerdings ist nicht jeder der unzähligen Spezial-Effekte 100% gelungen und an einigen Stellen sieht man auch allzu deutlich, dass die Darsteller vor Bluescreen agieren mussten. Das hat natürlich durchaus seinen eigenen, ganz speziellen Charme, war aber mit Sicherheit nicht immer so beabsichtigt.
Die Geschichte ist – genretypisch – nicht sonderlich überzeugend, hat allerdings auch seine positiven Momente und unterhält den Zuschauer durchaus über die volle Länge. Schade nur, dass einige aufgegriffene Aspekte, wie beispielsweise die Thematik um Glaube vs. Wissenschaft nicht ausgebaut wurden und hinter den vielen Action-Sequenzen zurückstehen müssen. Auch die schauspielerische Leistung ist maximal als durchschnittlich anzusehen. Von John Malkovich und Ron Perlman hätte man eigentlich mehr erwarten können, auch wenn Malkovich selbst nur wenige Minuten zu sehen ist. Benno Führmann und Thomas Jane spielen ihrem schauspielerischem Niveau entsprechend akzeptabel.
Die Steampunk-Elemente, allen voran die stylishen Waffen und vor allem die grandiosen Flugobjekte, wissen durchaus zu gefallen und lassen das Herz eines jeden Genrefans höher schlagen. Schade nur dass der Steampunk selbst im Laufe des Films immer mehr in den Hintergrund rückt und der Fokus stärker auf die Mutanten(-Horden) gerichtet wird. Die sind zwar auch recht gelungen dargestellt, erinnern jedoch mehr an die Monstervampire aus Blade 2 oder an schnelle Varianten von Zombies. Neben der immer löchriger werdenden Story führt gerade dieser Fokuswechsel dazu, dass der Film ab der Hälfte mehr und mehr an Qualität verliert.
Fazit: The Mutant Chronicles ist ein düsterer und sowohl atmosphärisch als auch in Bezug auf die Action unterhaltsamer Endzeit-Action-Film, der seine vielen kleinen und großen Schwächen nicht kaschieren kann. Genrefans sollten ihn dennoch gesehen haben. Für alle anderen taugt er lediglich als durchschnittliche Abendunterhaltung, wenn man nichts besseres vor hat.
Rating: 




[...] Teil eines Steampunk Szenarios, wie beispielsweise in Mutant Chronicles, würde sich ein solches Artwork mit Sicherheit sehr gut [...]