Liam Neeson ist ein Schauspieler, der – selbst unter objektiven Gesichtspunkten betrachtet – bewundernswert ist. Kaum ein anderer Mime schafft es, gleichermaßen glaubhaft zwischen so vielen verschiedenen Rollen-Typen hin- und herzuspringen. Im Gegensatz zu einem Robert De Niro, dem man ähnliches Geschick nachsagt, beherrscht Neeson allerdings mehr als nur zwei Charaktertypen, die er darzustellen in der Lage ist. Das mögen vielleicht lediglich subjektive Eindrücke sein, Fakt ist allerdings, dass Neeson’s Gestus und seine Mimik weniger thetralisch und um Aufmerksamkeit heischend sind, als das bei vielen seiner Kollegen der Fall ist. Aus diesem Grund waren wir gleichermaßen erstaunt und gespannt, wie er sich denn in seiner ersten wirklich Hauptrolle als Action-Star auf Rächertour machen wird. Die Besetzung von 96 Hours ist nämlich genreuntypisch nicht mit einem namhaften Zuschauer-Magneten, wie Tom Cruise, Matt Damon oder Daniel Craig besetzt, sondern eben mit jenem Liam Neeson, der in der Regel und bis auf wenige Ausnahmen eher auf starke Nebenrollen beschränkt wird. Die daraus resultierende Frage lautet folglich: Funktioniert Neeson auch als Zugpferd für einen Action-Thriller?
Der frühere CIA-Topagent Bryan Mills (Liam Neeson) will in Los Angeles zur Ruhe kommen. Sein Job hat ihn die Ehe mit Leonore (Famke Janssen) gekostet. Bryans einziger Sonnenschein ist seine 17-jährige Tochter Kim (Maggie Grace), für die er ab sofort ein sorgender Vater sein möchte. Doch seine Ex-Frau traut ihm diese Verantwortung nicht zu und macht ihm das Leben schwer. Aber Bryan bleibt hartnäckig. Er versucht, seine Tochter, die dank ihres reichen Stiefvaters (Xander Berkeley) in einer Welt voller Luxus lebt, zu beschützen. Als Kim mit ihrer Freundin Amanda (Katie Cassidy) eine Europareise antreten will, stimmt Bryan nur widerwillig zu. Kaum in Paris angekommen, werden die beiden Teenager von Mitgliedern eines osteuropäischen Mädchenhändlerrings gekidnappt. Sie sollen als Prostituierte abgerichtet und verkauft werden. Bryan sieht rot und düst umgehend nach Frankreich, um die Sache in Ordnung zu bringen. Dazu bleiben ihm 96 Stunden. Danach besteht erfahrungsgemäß kaum noch eine Chance, Kim lebend wiederzusehen. Auf der Suche macht er keine Gefangenen und hinterlässt eine Spur der Verwüstung…
Quelle: Filmstarts Weiterlesen...
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