Als wir kürzlich den guten Abe wieder durch die Oddworld gescheucht haben, ist uns noch ein weiteres Spiel aus unserem nicht kleinen Fundus in den Sinn gekommen, das wir damals ziemlich zwiespältig fanden: Gothic 3.
Jetzt muss man zur Vorgeschichte zu Gothic 3 – also den ersten beiden vorangegangenen Titeln 1 & 2 – sagen, dass sie unbestritten Meilensteine im Rollenspielgenre waren. Warum denn das? Die Grafik, bei diesem Genre immer der erste Aufhänger, war jeweils der neueste Stand der 3D-Technik und sorgte für gewaltiges Staunen; solche real wirkenden Witterungsverhältnisse hatte man bis 2001 höchstens bei Morrowind gesehen, das ungefähr zeitgleich rauskam. Es war von der Immersion her bis dahin einmalig. Aber, was viel unterschwelliger wirkte, war die dargestellte Welt: jede Ecke wirkte wie individuell entworfen, jede rumstehende Hütte konnte betreten werden (sogar ohne Ladebildschirm, was erstaunlich viel ausmacht), und das waren zwei Dinge, die in Morrowind und später Oblivion nie der Fall waren. Und auch die Bewohner standen nicht so sinnlos rum, sonden arbeiteten an irgendwas oder warfen sich gegenseitig Smalltalk-Sätze an den Kopf, so dass es im Vorbeilaufen tatsächlich so wirkte, als führten sie echte Gespräche. Da das Spiel aus Deutschland stammte, waren die Dialoge und Formulierungen keiner Übersetzung unterworfen, und das fiel auch deutlich auf. Über einen Marktplatz zu laufen, wirkte erstaunlich echt. Weiterlesen...
Share
Einem externen Dienst hinzufügen: