Kaum ein Film wurde in der letzten Zeit sehnsüchtiger erwartet als die Star Trek Verfilmung von Lost Erfinder und Mission Impossible III Regisseur J.J. Abrams. Die Trailer deuteten bereits an, dass mit der elften Star Trek Verfilmung ein richtiger Reboot der Science-Fiction-Reihe vor der Tür stehen sollte. Wer wäre für ein solches Projekt besser geeignet als J.J. Abrams, der es mit Cloverfield immerhin geschafft hat, dem Monster-Movie wider Erwarten neues Leben einzuhauchen.
Star Trek XI konzentriert sich bei seiner stilistischen Neudefinition des Star Trek Universums völlig auf die jungen Jahre der ersten Star Trek Crew um James T. Kirk und Mr. Spock. Im Vordergrund steht daher vor allem deren Entwicklung von jungen Weltraumkadetten zu den führenden Crewmitgliedern des wohl berühmtesten Raumschiffs der Sternenflotte – der Enterprise. Kaum dort ankommen fangen die Probleme aber erst an, denn widerwillig zeitreisende Romulaner kreuzen auf und wollen sich mit ihrer sehr viel weiterentwickelten Technologie für die zu dem Zeitpunkt natürlich noch in ferner Zukunft liegende Zerstörung ihres Heimatplaneten Romulus rächen. Als Schuldigen haben sie aus gegebenem Anlass die Vulkanier im Allgemeinen und Mr. Spock im Speziellen ausgemacht. So soll dann auch Vulkan mit Hilfe von roter Materie vernichtet werden. Es kommt wie es kommen muss und beide Parteien liegen sich natürlich mächtig in den Haaren. Zudem müssen Kirk & Co auch noch ihre privaten Fehden untereinander austragen, was zwangsläufig nicht gerade zur Lösungsfindung beiträgt…
Das Problem bei Zeitreise-Handlungen ist in der Regel die mangelnde inhaltliche Konsistenz und diverse Logikbrüche, die auch in diesem Fall leider wieder voll zur Geltung kommen und den Film auf ein sehr wackeliges Story-Fundament stellen. Dennoch fühlt man sich als Zuschauer von der löchrigen Geschichte unterhalten, wozu hauptsächlich die gut gecasteten Schauspieler beitragen. Gerade die jungen Spock und McCoy stechen optisch positiv hervor und bringen ihre Charaktere durchaus glaubhaft zur Geltung. Chris Pine sieht dem alten James T. Kirk zwar nur bedingt ähnlich, macht das aber durch eine gelungene charakterliche Darstellung wieder wett. Ein wirklicher Ausfall ist allerdings Simon Pegg, der als Scotty durchaus den einen oder anderen Lacher auf seiner Seite hat, aber alles in allem als Fehlbesetzung bezeichnet werden muss.
J.J. Abrams inszeniert Star Trek XI als modernes Action-Spektakel im Stile von Star Wars und distanziert sich damit klar von der eher biederen und aus heutiger Sicht vielleicht nicht mehr zeitgemäßen Darstellungsform der alten Star Trek Filme und der dazugehörigen Serien. Der Neuanfang des Star Trek Franchise ist daher durchaus nachzuvollziehen. Was bei Christopher Nolans Batman bereits glänzend funktioniert hat, sollte sich damit doch auch auf das Science-Fiction Genre und eines seiner liebsten Kinder anwenden lassen, oder? Die Rechnung geht allerdings nur bedingt auf, denn durch die totale Neuinszenierung geht Star Trek ein großer Teil seiner Identität verloren. War die ursprüngliche Serie um William Shatner noch richtige Science-Fiction, die sich unter anderem mit Rassenkonflikten sowie philosophischen und politischen Themen auseinandersetzte – auch wenn das manchmal sehr subversiv war -, so verkommt Star Trek XI zu einer reinen Teenie-Space-Opera ohne Inhalt. Was als eigenständiger Film zweifelsohne funktionieren würde, muss sich in diesem Fall die Beuteilung im Kontext eines komplexen Science-Fiction Universums gefallen lassen und scheitert daran in nahezu jeglicher Hinsicht.
Die Abkehr vom alten Stil mag in seiner Konsequenz und auch im Ergebnis 100% gewollt sein und wird mit Sicherheit auch einen großen Teil des jungen Publikums ansprechen, Trekkies und Fans von inhaltlich ansprechender Science-Fiction werden sich allerdings größtenteils vor den Kopf gestossen fühlen. Star Trek XI funktioniert daher nur unter der Betrachtung als eigenständiger und in großen Teilen auch ansprechender Action-Film mit Pop-Apeal und Teenie-Kitsch. Wer sich den Film unter diesen Voraussetzungen anschauen kann und möchte, der wird sich durchaus unterhalten fühlen. Wer den konzeptionellen Kontext allerdings nicht einfach so außen vor lassen kann, der sollte sich lieber wieder die alten Serien anschauen. Wir sehen uns daher gezwungen, den Film unter Berücksichtigung beider Blickwinkel zu bewerten.
Space-Opera Rating: 




Star Trek Film Rating: 




Also als Star Trek Film finde ich den sogar schlechter als Generations… *g*
Aber ihr habt recht: Ich fühlte mich sehr vo den Kopf gestoßen. Aber euer Review ist sehr gut, wobei ich Spock ein bisschen fehlbesetzter finde, als Scotty. Uhura ist perfekt *g*
Ohoh, ich hab da ne Gegenmeinung – ich fand ihn im Kern lustig zu schauen.
Das liegt zuallererst daran, dass ich – vereinfacht gesagt – vom Film nichts erwartet habe. Komplizierter gesagt liegt es daran, dass ich mich vom Trekkie-Fundamentalismus entfernt habe und mich an der Umdeutung der Universumsgeschichte nicht gestört habe. Die war nämlich ein eleganter Weg, sich erzählerisch vom engen Star-Trek-Korsett zu befreien. Jetzt ist Platz für einen kompletten Neuanfang, was auch immer sie daraus machen.
Mal ehrlich, glaubt ihr, das *irgendeine* Herangehensweise an den Film die Szene zufriedengestellt hätte? Ich glaubs jedenfalls nicht – und daher haben sie extrem auf neues Publikum gezielt.
Das der Film nur noch Space-Opera ist (akustisch und optisch überdreht), und nicht mehr den geringsten philosophischen Anspruch hat, ist aber in der Reihe der neueren Star-Trek-Filme nichts Neues und war zu erwarten (seit ich gesehen habe, dass Frakes aus Teil IX die Dialoge rausgekürzt hatte und statt dessen Picard sinnlos im Sandbuggy hat rumheizen lassen, um mehr Äkschn drin zu haben – weiowei!).
Ich fand übrigens Checkov spaßig.
@chrisch: ich fand ihn im kern ebenfalls lustig anzuschauen. daher auch 3 von 5 sternen (unter space-opera gesichtspunkten)
und auch wenn ich ebenfalls kein hardcore-trekkie bin, bin ich der meinung, dass ein film mit einem solchen historischen und komplexen unterbau, diesen nicht einfach komplett beiseite wischen kann.
ich glaube nicht, dass “irgendeine” andere herangehensweie an den film wirklich besser gewesen wäre, aber das bedeutet im umkehrschluss noch lange nicht, dass ich die gewählte neuausrichtung für gut befinden muss, nur weil es keine richtigen alternativen gegeben haben soll.
ich habe es daher dem film und auch mir selbst gegenüber für fair empfunden nach beiden kriterien zu urteilen.
checkov war wirklich spaßig, aber als zulu sein teleskop-schwert ausgepackt hat, wars bei mir kurzzeitig vorbei mit der guten laune
Wie kann man denn Scotty beklagen wenn man im direkten Vergleich den neuen Checkov hat.. und nebenbei glaube ich da mehr an ein schlechtes Drehbuch, als an eine Fehlbesetzung der Rolle. Außerdem kann ich mich dem uneingeschränkten Lob an Spock nicht anschließen. Zwar spielt Quinto wirklich herausragend, aber einen (wohl auch vom Drehbuch her bedingten) sehr vermenschlichten Spock. Dennoch lebt der Film sicherlich von seinen Charakteren.
Die Story ist recht banal und weißt Inkonsistenzen auf, die über die üblichen Zeitreise Problematiken herausgehen; aber ich wette man kann auch die ein oder andere TOS Folge finden, deren Handlung endlich banal ist, insofern muss man abwarten was aus dem Franchise nun letztendlich werden wird.
P.S.: Über alle Maßen herausragend fand ich btw. bisher noch keinen der Star Trek Filme.. aber im Vergleich mit Wolverine Origins, den ich lezte Woche sehen musste, ist auch Star Trek Zero ein echtes Meisterwerk.
Die Story ist unbestritten absolutes 08/15-Material. Eigentlich dient sie meines Erachtens nur dazu, die Charaktere in einem neuen Setting darzustellen und möglichst viele lärmige CGIs zu ermöglichen. Und das unsinnigste “Bergbauschiff” aller Zeiten
Vom Überdrehungsfaktor her für meinen Geschmack – wie in letzter Zeit bei den Blockbustern – öfter zu stark, (obwohl es hier nicht so war, dass ich mich nachher vom Lärm betäubt gefühlt habe). Ich glaube, es war in dem Zusammenhang auch kein Zufall, dass bei unserer Vostellung als Vorschau “G.I.Joe” und “Transformers 2″ als über-opulente Actionspektakel angekündigt wurden. Eigentlich muss man “Terminator 4″ auch dazuzählen, aber da erwarte ich noch ein wenig mehr Flair.
nö, der film war inhaltlich mist, in meinen augen eine mogelpackung der “reboot-industrie”. soll warscheinlich auch hauptsächlich nur für die “next generation” sein und dennen interessieren inhalte weniger, hauptsache äkschen, bunt und tolle cgi.
ich fand den film sehr kurzweilig und die “tolle” tricktechnik völlig überzogen und zu hastig. vor lauter lensflare-optik hab ich kaum wirklich was von den technischen details sehen können.
ach ja, und dan das scheiß drehbuch. soviel unlogik konnte wohl nur noch mit spock etwas übertüncht werden (nö, auch nicht wiklich).
etwas tiefgründiger wie man es sonst gewohnt war, auch wenn in anderen star trek filmen eine gewisse unlogik auch immer hinterher hinkt, wäre schon toll gewesen.
so, und im nächsten star trek kinofilm will ich aber dan endlich wirklich wissen wer kirks ururgroßvater war, wehe nicht.
g.t.
@JPJ: jo, wolverine war ein absoluter no-brainer. selbst ich, der ja im x-men universum bei weitem nicht so bewandert ist wie du, konnte da einige ungereimtheiten ausmachen und soweit ich deinen lieblingscharakter deadpool kenne, haben die den im film auch ordentlich verkackt.
[...] von Abrams perfekt umgesetzt. Ganz abgesehen von der massiven Action macht es einfach Spass, den Charakteren bei ihren Abenteuern zuzusehen. Es wird teilweise extrem lustig, ohne dass sich der Film auch nur [...]