Neuromancer, Snow Crash und der Cyberpunk

Beitrag von phil 21 - Oktober - 2009

neuromancer412Neuromancer. Ja, nee, ist bekannt, oder?! Beim Durchstöbern der markierten Artikel in meinem Google Reader bin ich nochmals auf einen Artikel von Mitte September gestossen, in dem erste Artworks des voraussichtlich 2011 erscheinenden Cyberpunk-Films, basierend auf den Romanen von William Gibson, vorgestellt werden. Anscheinend handelt es sich bei diesen Artworks, die ich qualitativ mal irgendwo in der Region von “ganz nett” ansiedeln würde, auch tatsächlich um den ersten Output von offizieller Seite und nicht um irgendwelche Fan-Artworks.

Eigentlich kein wirklicher Grund für einen Beitrag, aber während ich mir die Bilder so anschaue schießen mir tausend Gedanken durch den Kopf. Da wäre zu einen die Tatsache, dass ich mit der Neuromancer Triologie vor ca. 7 Jahren mal angefangen und es irgendwann gelangweilt zur Seite gelegt habe. Ja, steinigt mich von mir aus dafür. Ich will mich aufgrund von ca. 200 gelesenen Seiten auch nicht dazu aufschwingen diesen Klassiker schlecht zu reden, aber in diesem Zusammenhang kommt mir ebenfalls wieder in den Sinn, dass ich vor einigen Monaten den ebenfalls hochgelobten Cyberpunk-Roman Snow Crash von Neal Stephenson gelesen habe.

Und mal ehrlich, liebe Freunde des Cyberpunk (zu denen ich mich auch zähle – wenn auch nur bedingt), was ist an diesem Werk bitteschön so toll? Ich habe selten einen Schritsteller erlebt, der derart unausgegoren schreibt und sich dabei in einer möglichst hipp klingenden Laberei ergießt. Die eigentliche Geschichte lässt sich letztlich in einer handvoll Sätze auf ein Blatt Papier niederschreiben, was Stephenson durch seine zersplitterte und non-lineare Erzählweise über verschiedene Handlungsstränge verzweifelt zu kaschieren versucht. Zugegeben, die Welt, die er sich erdacht hat, mag durchaus durch die eine oder andere gute Idee gefallen. Der Roman wird allerdings in erster Linie von seinen ausschweifenden und über-detaillierten Beschreibungen getragen und jeglicher Erzählfluss dadurch verlangsamt bzw. konterkariert.

Ausgehend vom Zeitpunkt seiner Veröffentlichung im Jahre 1992 mag Snow Crash durchaus eine faszinierende Zukunftsvision gewesen sein, eine Comic-Veröffentlich der Geschichte – wie sie auch ursprünglich von Stephenson geplant war – hätte der Grundidee allerdings wesentlich mehr Rechnung getragen. Snow Crash ist definitiv keine zeitlose Science-Fiction und mit Sicherheit nicht das Meisterwerk, welches gerne daraus gemacht wird.

Und wo wir gerade bei zeitlosen Sci-Fi Klassikern sind: Isaac Asimovs Foundation Trilogie ist ein solches Meisterwerk, was Snow Crash gerne wäre. Ach ja, und wer sich immer noch für die eingangs erwähnten, weiteren Varianten der Neuromancer Poster interessiert, der schaue doch einfach mal hier vorbei. So, genug aufgeregt! Gute Nacht!

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