Archiv für November, 2009

Rache für die gebrochenen Versprechen von IT

Beitrag von chrisch 28 - November - 2009

Genau das fordert Herr Pigor hier in einem grandiosen HipHop-Auftritt. Man könnte die unsrige Herrschaft als IT-Spielkinder-Technokraten über die neuen digitalen Aspekte des Lebens nicht viel präziser auf den Punkt bringen. Müssen wir als Branchen-Insider mal grade offen zugeben.

Vielleicht ist was dran an der These, dass das volkswirtschaftliche Wachstums-Credo und das IT-Neuerungs-Credo  desselben Geistes Kind sind. Auf jeden Fall herzlichen Dank an Matt, der uns diese Unglaublichkeit in seinem Blog zugänglich gemacht hat – nebst vielen anderen filigran formulierten Erquicklichkeiten.

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Die virtuelle Film-Universität

Beitrag von phil 24 - November - 2009

Die meisten von uns haben sich dem Medium Film und dessen Kunstform bisher lediglich aus Sicht des Unterhaltungsmediums nähern können und hatten – sei es mangels Interesses oder Notwendigkeit – keine Möglichkeit die akademische Grundlage vieler Filme und deren Genres näher zu betrachten. Die Universität Kiel bietet uns daher Ringvorlesungen aus den Jahren 2005/2006 zu diversen Filmklassikern an und stellt diese in digitaler Form als Videostream zur Verfügung. Die Dozenten beleuchten dabei Meilensteine wie Metropolis und Apocalypse Now oder Genrefilme wie beispielsweise The Ring oder auch Terminator II, setzen diese in Relation zur Filmgeschichte und erörtern anhand dieser Beispiele die Eigenheiten und Grundgedanken der einzelnen Genres sowie deren gesellschaftliche bzw. psychologische Entstehungsgeschichte.

Das Leiden der Anderen

Beitrag von phil 23 - November - 2009

Kinder und ihre Verhaltensweisen in “Extremsituationen” gehören eigentlich nicht zu unserem bevorzugten Repertoire an Themengebieten, aber der nachfolgende Clip ist wirklich zu köstlich, um ihn zu ignorieren: Man steckt Kinder nacheinander in einen Raum mit lediglich einem Tisch, einem Stuhl und einem Marshmallow, setzt sie direkt vor dieses gummiartige Ding von Süßigkeit, lässt sie allein und verspricht ihnen einen zweiten Marshmallow, sollten sie den ersten unberührt lassen. Klingt für Erwachsene relativ einfach, oder?! Kinder geraten dadurch jedoch in eine nicht zu unterschätzende Konfliktsituation und… Das Ergebnis schaut ihr euch besser selbst an. Es ist herrlich!

Oh, The Temptation from Steve V on Vimeo.

Labergesellschaft

Beitrag von chrisch 19 - November - 2009

Das ist das Wort, welches uns heute sofort eingefallen ist, als wir von diesem im Grunde unbedeutenden Vorfall aus der Zockerlandschaft gehört haben. Das Konglomerat Activision Blizzard, dessen Haupteinnahme-Quelle World of Warcraft schon weit über das ursprüngliche Videospielsegment hinaus bekannt ist, führt seit einer geraumen Weile bereits eine ebenfalls hübsch erfolgreiche Shooter-Serie im Sortiment: Call of Duty.

In einem verblüffend offenen Statement hat nun der Finanzvorstand davon gesprochen, dass sie noch mehr Gewinn aus diesem Titel schlagen möchten, indem sie gezielt Geld für Multiplayer-Partien haben wollen – neben der teueren initialen Spiellizenz von 50-60€ selbst (Lizenz sagen wir mal deshalb, weil das Produkt untrennbar an – zumindest gesetzlich – unverkaufbare Steam-Accounts gebunden ist, und wenn die Internetverbindung, Steam oder sonstwas nicht will, ist’s vorbei mit der Zockerei; ein Thema für sich).

Der Whisky aus einer anderen Welt

Beitrag von chrisch 18 - November - 2009

Eigentlich ging es ja schon vorgestern um die Presse bzw. durch die Radiosendung, die wir da gerade hörten: vor rund 100 Jahren haben offenbar die Herren Ernest Shackleton und Captain Robert Falcon Scott auf ihre Reise zum Südpol unter einem ihrer Lagerplätze zwei vergrabene Kisten mit Whiskyflaschen darin zurückgelassen, Überreste ihrer eisernen Ration sozusagen. Und ebendiese Kisten sollen nun zur geschichtlichen Dokumentation von einer heutigen Expedition wieder zurückgeholt werden – der Whiskey gehört in ein Museum! Man muss schon zugeben, das Bergungsunternehmen hat eine gewisse Coolness.

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Das Wirklich Schreckliche Orchester

Beitrag von chrisch 15 - November - 2009

Bekanntlich ist es von Alters her ein Markenzeichen Albions, skurrile Dinge hervorzubringen wie die Beefeaters, Monty Python und Parlamentsräumen, in denen ein traditioneller Streitkolben liegt und die Sprecherbänke zur Sicherheit einen Abstand von zwei Schwertlängen haben.

Ein ganz anderes Schmuckstück ist das Really Terrible Orchestra aus Edinburgh unter der Leitung von Sir Richard Neville Towle. Außer dem Dirigenten setzt sich besagtes Orchester nämlich ausschließlich aus Laien zusammen, die nichts weiter mitbringen müssen als ihr Instrument und den festen Willen, vor Publikum möglichst gut spielen zu wollen, obgleich sie sich selbst ehrlicherweise zu den “musically disadvantaged” zählen. Und genau das macht die Auftritte des Orchesters zu einem sysmpathischen und komischen Erlebnis gleichermaßen. DasErste hat hier einen schönen Beitrag darüber verfasst, und uns ging es genauso wie den gezeigten Zuhörern des Konzerts am Ende des Clips. Wir bewunden schlicht die Idee und den Mut.

Street-Artworks: Stop Motion Paintings

Beitrag von phil 11 - November - 2009

Man kann nur erahnen, wieviele unzählige Stunden an Arbeit die Street-Art Künstler für dieses 4 minütige Machwerk investieren mussten. Wahrscheinlich war ihnen das wahrlich großartige Endergebnis in Bild und Ton viel zu kurz, so dass sie es im Anschluss daran einfach nochmal als Loop hintendran gehängt haben. Ich schließe mich Torsten an, der ebenfalls nicht verstehen kann, wie man das gleiche Video gleich zweimal hintereinander schalten muss. Dennoch – und wenn man den ersten Loop einfach mal für sich allein genommen betrachtet – ist das Ergebnis wirklich beachtlich und absolut sehenswert.

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Filmkritik: Bei Anruf Mord

Beitrag von phil 11 - November - 2009

bei_anruf_mordWir schreiben das Jahr 1953. Alfred Hitchcock ist in der Öffentlichkeit noch lange nicht der Ausnahmeregisseur, zu dem er Jahrzehnte später gemacht werden wird. Seine großen Werke Vertigo, Das Fenster zum Hof, Die Vögel, Psycho oder auch Der unsichtbare Dritte sollen erst kurz darauf oder Jahre später folgen. Nachdem die ersten Drehbuchversuche zu einem Projekt mit dem Namen Bramble Bush für Hitchcock alles andere als zufriedenstellen verlaufen, nimmt er aus reinem Opportunismus eine Auftragsarbeit entgegen, um – laut eigener Aussage – “auf Nummer sicher zu gehen”. Das Stück nannte sich Dial M For Murder und war zum damaligen Zeitpunkt ein sehr erfolgreiches Stück am berühmten Broadway.

Ein semi-erfolgreicher Tennisspieler ohne große Zukunftsperspektiven hat im Laufe der Jahre eine vermögende Frau geheiratet und so seine Schäfchen vermeintlich ins Trockene gebracht. Durch Zufall und eine gehörige Portion Misstrauen erfährt er jedoch von einer Romanze zwischen seiner Frau und einem erfolgreichen Krimi-Autor. Damit beginnt ein perfider Plan: Er beschließt seine Frau umzubringen bzw. umbringen zu lassen. Ein ehemaliger Schulkamerad mit zwielichtigem Hintergrund wird erpresst und dazu gezwungen die Tat für ihn auszuführen. Minutiös wird der Mord geplant. Doch es kommt wie es kommen muss. Der ausgeklügelte Plan misslingt und die junge Frau tötet im Eifer des Gefechts den Eindringling. Der Ehemann antizipiert voller Enttäuschung die neue Situation und versucht, die Tötung aus Notwehr seiner Frau geschickt als kaltblütigen Mord anzuhängen…

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Der Löffel des Todes

Beitrag von chrisch 7 - November - 2009

Wer mal zehn Minuten Zeit für Hirnverbranntes hat, dem sei die Trailer-Parodie mit dem eingängigen Titel “The Horribly Slow Murderer with the Extremely Inefficient Weapon by Richard Gale” ans Herz gelegt. Ein Name so bewußt langatmig und blödelig wie das Werk selbst. So eine alberne Version des Todes als Kapuzenmann mit einem Löffel schätzen wir als Untote wieder den binärischen Ernst selbstverständlich sehr.

Also wir finden ja, dass dies ganz großes Kino ist und da unglaublich tiefe Wahrheiten drin stecken und so über das unerbittliche Schicksal, dem man nicht entrinnen kann. Natürlich nur vordergründig überdeckt von albernen Szenen, in dem der Löffler sein Opfer vor dem Weißen Haus verfolgt – das gibt dem Ganzen eine subtile politische Note gibt als eine klare Kritik am Kapitalismus.

Retro-Artworks: Monster mit Bräuten

Beitrag von phil 4 - November - 2009

carry onWir alle kennen das: Ein Monster, ein Vampir, ein Zombie oder hin und wieder auch ein kantiger Roboter mit einer (meist bewusstlosen) Frau im Arm. Dieses Bildnis wurde schon oft bemüht und ziert die Oberfläche unzähliger B-Movie Poster, Comic-Cover und ist als Motiv vor allem aus den den unzähligen King Kong Verfilmungen bekannt. Es verdeutlicht auf den ersten Blick eine (wie auch immer geartete) Beziehung zwischen Monster und Frau, symbolisiert in der Regel dessen menschlich anmutendes Inneres im Gegensatz zum meist abstossenden Äußeren. Dabei wird geschickt offengelassen, ob es sich bei dem Monster um Täter oder Opfer handelt.

So oder so ähnlich könnte die ursprüngliche Intention des bekannten Motivs ausgesehen haben. Seit seinem ersten Auftreten in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde es bis in die späten 60er Jahre erstaunlich oft verwendet und erfuhr dabei eine ebenso erstaunliche Bedeutungsänderung. Diente es Anfangs noch der nicht sehr subtilen aber dennoch symbolisch interessanten Darstellung von Divergenzen und Dramatik, wurde das Bildnis mehr und mehr zu einer Karikatur seiner selbst und kann heute im Grunde nur noch unter retrospektiven Gesichtspunkten verwendet werden.

Nichtsdetotrotz sind die diversen Artworks stilistisch sehr interessant und lohnen mehr als nur einen Blick.

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