Dennis Quaid dürfte Deutschland in guter Erinnerung behalten haben, denn die Hauptrolle im Science-Fiction Film Enemy Mine – Geliebter Feind – eine deutsch-amerikanische Produktion, die 1985 größtenteils in den Bavaria Filmstudios in München gedreht wurde – bescherte ihm den ersten größeren Erfolg in seiner bis dato noch jungen Karriere. Enemy Mine bekam seinerzeit zwar keine guten Kritiken, konnte sich jedoch, allen B-Movie Anleihen zum Trotz, im Laufe der Jahre einen gewissen Kultstatus erarbeiten. Annähernd 25 Jahre später schließt sich der Kreis und Quaid kehrt für die Dreharbeiten zu Christian Alvarts Science-Fiction-Thriller Pandorum nach Deutschland zurück. Damit endet allerdings auch schon die Liste der Übereinstimmungen – zumindest auf dem Papier -, denn im Gegensatz zu Enemy Mine will Pandorum mehr sein, als ein B-Movie in opulentem Gewand.
Die Erde steht kurz vor ihrem Exitus. Die Ressourcen des Planeten gehen – bei gleichzeitig explodierenden Bevölkerungszahlen – langsam aber sicher zur Neige. Das Raumschiff Elysium wird ausgesandt, um den erdähnlichen Planeten Tanis zu besiedeln und der Menschheit damit einen neuen Lebensraum zu bieten. Die beiden Astronauten Bower (Ben Foster) und Payton (Dennis Quaid) erwachen auf der Elysium aus ihrem künstlichen Tiefschlaf und sehen sich mit temporärem, aber dafür ziemlich umfangreichem Gedächtnisverlust konfrontiert. Sie wissen weder, wo sie sind, wer sie sind, noch kennen sie den Sinn und Zweck ihrer Mission. Da eine Kontaktaufnahme mit der Brücke nicht möglich ist und der Reaktorkern aufgrund periodischer Energieschwankungen auszufallen droht, stößt der Mechaniker Bower immer tiefer in den Rumpf des Schiffes vor, während Payton versucht, per Funk und mit Hilfe einer Kommandokonsole zu dirigieren. Schon bald müssen beide feststellen, dass sie nicht allein sind…
Pandorum zeichnet sich von der ersten Minute an durch eine große stilistische Ähnlichkeit zu den Alien-Filmen aus. Das Setting ist ähnlich düster, der Soundtrack entsprechend atmosphärisch mit vielen Noise-Anleihen und weitläufigen Synthesizer-Flächen. In der ersten halben Stunde profitiert Pandorum sehr von dieser Art der Inszenierung sowie dem wirklich interessanten Ausgangs-Szenario und überträgt sowohl Anspannung, als auch Konfusion der Charaktere auf den Zuschauer. Mit Beginn des zweiten Drittels verfällt der Film allerdings in gewohnte B-Movie Schemata mit entsprechender Dramaturgie und verliert auf diese Weise nach und nach seinen roten Faden. Es folgen heftige aber stumpfe Action-Szenen mit obligatorischen B-Movie Sidekicks und müde Dialoge. Alles erträglich und durchaus unterhaltsam, aber dennoch ein erkennbarer stilistischer und qualitativer Bruch zum spannungsgeladenen Aufbau des ersten Drittels. Überraschenderweise schafft Christian Alvart mit dem letzten Drittel des Films wieder den Sprung zurück zum Ursprünglichen der Geschichte und führt diese, zwar nicht ohne logische Mängel, aber überaus kurzweilig, zu ihrem Ende.
Pandorum scheitert an seinen Ambitionen und vor allem an einem löchrigen Drehbuch, funktioniert jedoch als B-Movie und unterhält den Zuschauer außerordentlich gut. Die der Geschichte zugrunde liegende pseudo-historische Konstellation um ein mögliches Ende der Menschheit und dem der Bibel entnommenen Arche-Noah-Prinzip bietet eine exzellente Ausgangsituation für weitere Filme innerhalb des geschaffenen Universums. Pandorum ist mit Sicherheit alles andere als ein Debakel, aber hätte wesentlich mehr sein können, wäre der actionlastige Mittelteil nicht so überaus konventionell und trashig geworden. Wer Science-Fiction Filme dieser Art mag, wird an Pandorum seine Freude haben.
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