Filmkritik: Avatar – Aufbruch nach Pandora (3D)

Beitrag von phil 21 - Dezember - 2009

avatar-movie-poster12 lange Jahre hat sich James Cameron Zeit gelassen, um sich anzuschicken das Kino, wie wir es kennen, zu revolutionieren. Derlei Ambitionen werden ihm zumindest nachgesagt und liegen aufgrund des historischen Erfolges von Titanic auch auf der Hand. Was sollte der Technokrat und selbsternannte “König der Welt” denn sonst noch erobern?

Inhaltlich bietet Avatar keinerlei Neuerungen, nicht den Hauch einer Innovation und greift ganz bewusst auf bewährte Erzähl-Schemata zurück. Gut gegen Böse, Invasoren gegen Einheimische, Fortschritt gegen Kultur, Kapitalismus gegen Natur: Das sind die wesentlichen Bausteine der Geschichte, die dem Zuschauer mit reichlich Ethno-Kitsch garniert serviert wird. Avatar ist damit die logische Konsequenz aus Filmen wie Der mit dem Wolf tanzt oder auch Dune – Der Wüstenplanet. Um so überraschender erscheint es da, dass trotz einer Spielzeit von annähernd drei Stunden keine der Figuren aus der schablonenhaften und stereotypen Charakterzeichnung ausbrechen kann. Cameron bietet dem Zuschauer einen visuellen, dreidimensionalen Höhepunkt nach dem anderen, während die Charaktere seiner Geschichte erschreckend eindimensional bleiben. Das wird den Zuschauer nicht daran hindern, sich mit großen Augen von der Schönheit der Bilder faszinieren zu lassen. Es schadet allerdings der Nachhaltigkeit des Films, der damit weit hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt.

Nichtsdestotrotz wird sich Avatar einen Platz in der Filmgeschichte sichern und führt das in seiner derzeitigen Perfektion noch sehr junge 3D-Kino auf die nächste Stufe. So etwas nennt man einen Meilenstein, keine Frage. Avatar ist dabei der vorläufige Höhepunkt und gleichzeitig auch das Ende des 3D-Actionkinos, denn für einen noch größeren Effekt-Overkill ist das menschliche Auge nicht geschaffen. Schon in seiner jetzigen Ausprägung hat der Zuschauer Probleme bei schnellen Actionszenen in der gleichen Geschwindigkeit zu re-fokussieren. Dadurch entsteht eine für jedermann wahrnehmbare Unschärfe und damit ein nicht nicht zu überwindender Qualitätsverlust gegenüber dem 2D-Kino. Cameron ist sich dessen bewusst und erzählt seinen Film entsprechend langsam und in hauptsächlich ruhigen Bildern und stimmulierenden Panoramaaufnahmen. Avatar – Aufbruch nach Pandora bleibt damit das erhoffte Fest für die Sinne und der große Imaginator Cameron hat es mal wieder allen gezeigt.

Rating: ★★★★☆

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Ein Kommentar zu “Filmkritik: Avatar – Aufbruch nach Pandora (3D)”

  1. desi sagt:

    Super Bericht. Will Avatar anschauen aber in 2D, halte nichts von dem 3D Kram -.- Hab deine Seite eben entdeckt und bin baff… so toll sieht hier alles aus… und da ich eh ein Filmfreak bin- ein gefundenes Fressen. Werd öfter vorbei kommen!!! :)

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