Ein Raumschiff strandet im Jahr 709 n. Chr. auf der Erde zur Zeit und im Land der Wikinger. Von den beiden Raumfahrern überlebt nur der heimatlose Kainan (James Caviezel) und eine außerirdische, drachengleiche und äußerst bösartige Kreatur, die sich auch gleich anschickt ein ganzes Dorf der Nordmänner um den grobschlächtigen Gunnar (Ron Perlman) in dessen Abwesenheit dem Erdboden gleich zu machen. Kainan wird von den Einheimischen Kriegern des benachbarten Dorfes um König Rothgar (James Hurt) gefangen genommen und steht unter dem Verdacht, für das Unheil verantwortlich zu sein. Doch die blutigen Todesopfer nehmen kein Ende. Kainan erarbeitet sich mühsam das Vertrauen der Krieger und Dorfbewohner und bläst zur großen Jagd auf das fremde Wesen mit dem Namen Morween.
Die einfältig anmutende Geschichte wurde in der bisherigen Kinogeschichte schon unzählige Male erzählt und beinhaltet das altbekannte Mann-gegen-Monster-Szenario, welches in Alien schon 1979 seinen Höhepunkt hatte. Auch wenn es dort natürlich Frau gegen Monster war. Doch eine weitaus ähnlichere Analogie zu Outlander stellt das angelsächsische Helden-Gedicht Beowulf dar, welches ebenfalls auf einige mehr oder minder gelungene filmische Umsetzungen zurückblicken kann. Doch während die düstere Verfilmung Beowulf (1999) mit Christopher Lambert in der Hauptrolle selbst die Bezeichnung B-Movie kaum verdiente und die computeranimierte Umsetzung Die Legende von Beowulf aus 2007 erstaunlich lieblos und blutleer in Erinnerung bleibt, wirkt der Genre-Mix aus klassischen Science-Fiction Elementen und Fantasy wahrlich erfrischend. Regisseur Howard McCain versucht erst gar nicht, dem Zuschauer den einfachen Stoff als etwas anderes zu verkaufen und bewegt sich innerhalb der stilistischen Grenzen überaus gekonnt ohne in zu trashige Gefilde abzutauchen.
Outlanders großer Pluspunkt ist zum einen die Geradlinigkeit seiner Geschichte, wobei gerade die hochkarätige Besetzung den Figuren eine sehr große Glaubwürdigkeit verleiht und den Film damit sehr stark von seinen Genre-Vertretern abhebt. Auf der anderen Seite tritt der Science-Fiction Aspekt mit zunehmender Dauer des Films immer mehr in den Hintergrund, wodurch sich die konträr gegenüber stehenden Genre-Ansätze nicht im Wege stehen. Die vereinzelten Rückblicke in Kainans Vergangenheit erinnern visuell vereinzelt an Bilder aus dem Science-Fiction-Rollenspiel Mass Effect und können sich in Relation zu den großen Kino-Blockbustern wirklich sehen lassen.
Auch wenn die Gewalt in Outlander - beispielsweise im Vergleich mit Die Legende des Beowulf – wesentlich mehr im Vordergrund steht, werden die Genregrenzen durch die teilweise sehr abstrahierte Reduktion auf vereinzelte Effekte und hochstilisierten Szenen nie überschritten. Die notwendige Gewalt verschafft dem Film damit eine wesentlich höhere Glaubwürdigkeit im Rahmen des Genres. Charakteristisch für diese Filmgattung ist die strenge Limitierung auf die Kernthemen Angst, Spannung und die aufs wesentlich reduzierten Beziehungen zwischen zwei konkurrierenden männlichen Charakteren sowie eine ur-menschliche aufkeimende Beziehung zwischen Mann und Frau. Outlander bedient all diese Themen und bewegt sich damit im Rahmen des Genres ohne den Faden zu verlieren, ohne den Zuschauer zu langweilen oder den Film künstlich zu strecken. Die Motive bleiben – ebenso wie die Charakterzeichnung – einfach, aber niemals dumm.
Howard McCain schafft mit Outlander das, was vielen Genrevertretern nicht gelungen ist: Er erzählt eine einfach Geschichte, mit einfachen Stilmitteln in einem erfrischenden Szenario, kombiniert mit tollen Effekten und für diesen Anlass wirklich gelungenen schauspielerischen Darbietungen. Und auch wenn der Film in seiner Wesensart nach wie vor ein B-Movie bleibt, da er in erster Linie niedere Motive und Instinkte anspricht und auch das Budget nicht dem heutiger Blockbuster entspricht, setzt er sich mit einem Schlag vor etliche, wenn nicht sogar die meisten seiner Genrevertreter. Alien natürlich ausdrücklich ausgenommen.
Rating: 




Wow, das ist wirlich eine sehr coole Review. Vor allem der Teil, wo du das Filmgenre an sich kurz erklärst. Echt cool!
An sich fand ich den Film aber auch total spitze, weil dort Fantasy und Sci-Fi irgendwie total gut verbunden wurden. Außerdem mag ich es, wenn klassische Themen in ein neues Gewand gestopft werden. Ich würde ihm aber ein besseres Rating geben, weil nämlich noch der “Unentdeckte-Perle-Bonus” dazu kommt *g*