Rost und Rätsel: Machinarium – Review

Beitrag von chrisch 6 - Juli - 2010

Vor geraumer Netzzeit (immerhin ein 3/4 Jahr) hat man uns freundlicherweise auf ein damals neues Flash-Adventure des tschechischen Entwicklerstudios Amanita Design hingewiesen, und das Spielchen machte in seiner kurzen Demo-Version einen erfrischend kreativen Eindruck. Die Rede ist hier selbsverständlich von Machinarium, angesiedelt in einer surrealen Roboter-Welt aus gezeichneten Rostkulissen. Damals war es aus unserer Sicht schon den Kauf wert, in dieser Tage haben wir die Collector’s Edition gesehen, die zusätzlich auch den Soundtrack als separate CD enthält.

Worum geht’s? Der Roboter-Protagonist wird in einem Müllstransporter auf einer Halde vor der Stadt abgeladen und sucht sich in Form eines Point&Click-Adventures den Weg zurück in die Stadt. Warum weiß man als Spieler zu Beginn nicht so recht, bringt es aber so nach und nach in Erfahrung, weil er dort seine Freundin und alte Fieslinge von früher wiedertrifft. Erzählt wird ausschließlich durch Comic-Sprechblasen oder schlicht Gestik, was ganz nonchalant das Problem einer Übersetzung umgeht; jeder versteht Bilder.

Was das Ganze ziemlich schnell unwiderstehlich macht, ist der liebevolle Witz der Animationen und der Rätsel-Einfälle, die die Macher im gesamten Spiel untergebracht haben; wobei einige der Logikrätsel durchaus als ziemlich knackig bezeichnet werden dürfen. Zwar gehen die Entwickler den einzigen schlauen Weg und integrieren die Komplettlösung, ebenfalls als Comicbuch gezeichnet, schon direkt im Spiel (und in der Edition auch als beiliegendes Heftchen), aber wer sich die Blöße des Nachguckens nicht geben will, wird wohl eine gute Weile herumtüfteln. Was nebenbei gesagt auch gewollt sein wird, denn insgesamt ist die Geschichte schon recht kurz.

Auch sonst sind die Lokalitäten und vor allem die elektro-jazzige Musik derart hübsch, dass wir uns glegentlich dabei ertappt haben, einfach mal in der Gegend rumzustehen, die Details zu betrachten und der Untermalung zu lauschen. Gut manchmal war es auch einfach die Sucherei nach Hotspots… :D

Fazit: Ein ausgefallenes Kleinod, das Adventure-Liebhaber auf jeden Fall haben sollten. Es hat uns in seiner Atmosphäre sehr an Stanisław Lems Kyberiade und seine Robotermärchen erinnert; so ähnlich stellen wir uns die Welt von Trurl und Klapaucius vor, und bestimmt war das auch eine Inspirationsquelle für dieses Spiel.

Rating: ★★★★★

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