New Orleans ein Jahr nach Katrina. Der gerade zum Lieutenant beförderte Cop Terence McDonagh (Nicolas Cage) leidet aufgrund eines Unfalls an großen (Rücken-)Schmerzen, die er wahrscheinlich den Rest seines Lebens nicht mehr los werden wird. Der Preis für einen erfolgreichen Rettungsversuch noch während der Hochwasserflut. Helfen anfangs noch starke Schmerzmittel, flüchtet sich McDonagh mehr und mehr in die heilsverkündende Umarmung von Drogen, die ihn mehr und mehr vereinnahmen Gefangen nehmen. Sein eigentlicher Auftrag, die Suche nach dem Drogendealer Big Fate, der eine Familie afrikanischer Immigranten ermorden ließ, gerät dabei zusehends in den Hintergrund…
Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen ist das Remake eines achtbaren, aber in letzter Konsequenz viel zu konventionellen Films von 1992. Damals noch mit Harvey Keitel in der Hauptrolle. Werner Herzog, bekannt und geachtet für seine Autorenfilme und vor allem für den bändigenden Charakter seiner Regiearbeiten mit Klaus Kinski (Fitzcarraldo, Aguirre, der Zorn Gottes, Nosferatu – Phantom der Nacht), inszeniert den Stoff als eigene Interpretation des Pulp Genres im Stile von James Ellroys Romanen (Die schwarze Dahlie, L.A. Confidential – Stadt der Teufel) und deren Verfilmungen. Ebenso wie Ellroy bedient sich Herzog eines lakonischen Sprachgestus sowie einer Verrohung der Charaktere und der Gesellschaft. Doch während in Ellroys Romanen meist die Institutionen Staat und Polizei als verkommene und degenerierte Organe dargestellt werden, die Hauptprotagonisten jedoch trotz ihrer offensichtlichen Verfehlungen und Makel letztlich menschliche oder auch heldenhafte Züge offenbaren, zeigt Herzog den Niedergang des Anti-Helden in Form einer abwärts gerichteten Spirale bestehend aus Gewalt, Sex, Drogen und Glücksspiel. New Orleans, bereits vor der Katrina-Katastrophe für seine atmosphärische Dichte bekannt, erhält durch den zerstörenden Charakter des Hurrikans eine nochmalige Erhöhung seines Mystizismus und seiner Düsternis. Herzog weiß das für sich und für seinen Film zu nutzen.
Wir schreiben das Jahr 1953. Alfred Hitchcock ist in der Öffentlichkeit noch lange nicht der Ausnahmeregisseur, zu dem er Jahrzehnte später gemacht werden wird. Seine großen Werke Vertigo, Das Fenster zum Hof, Die Vögel, Psycho oder auch Der unsichtbare Dritte sollen erst kurz darauf oder Jahre später folgen. Nachdem die ersten Drehbuchversuche zu einem Projekt mit dem Namen Bramble Bush für Hitchcock alles andere als zufriedenstellen verlaufen, nimmt er aus reinem Opportunismus eine Auftragsarbeit entgegen, um – laut eigener Aussage – “auf Nummer sicher zu gehen”. Das Stück nannte sich Dial M For Murder und war zum damaligen Zeitpunkt ein sehr erfolgreiches Stück am berühmten Broadway. 