Archiv für ‘Literatur’ Kategorie

Filmkritik: Zeiten des Aufruhrs

Beitrag von phil 14 - Februar - 2010

Zeiten des Aufruhrs ist eine Literaturverfilmung des amerikanischen Schriftstellers Richard Yates (Orirginaltitel: Revolutionary Road) und thematisiert anhand der Beziehung eines ambitionierten, aber dennoch typischen amerikanischen Vorstadt-Ehepaares, die Träume und Sehnsüchte vieler Menschen in den 50er und 60er Jahren. Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Ehepaar Frank und April Wheeler (Leonardo DiCaprio und Kate Winslet). Frank, ein Mensch der nie herausfinden konnte, was er eigentlich mit seinem Leben anfangen will, arbeitet in einem Job, den er nicht ausstehen kann. April besuchte vormals eine Schauspielschule, ist allerdings nur mit mäßigem Talent gesegnet und findet sich irgendwann in der Rolle der Hausfrau und Mutter wieder. Beide Seiten verbindet eine tiefe Unzufriedenheit mit sich, dem Partner und dem Leben, die sich abwechselnd in Liebe, Hass, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit manifestiert. Doch dann fassen beide den Plan, ihr Leben in der amerikanischen Vorstadt aufzugeben und in Paris ein neues Leben zu beginnen. Der hoffnungsvolle Plan wird allerdings schon bald immer wieder hart auf die Probe gestellt.

Es ist wohl kein Zufall, dass mit Sam Mendes jemand Regie führte, der bereits mit American Beauty das Leben in den amerikanischen Vorstädten und dessen trügerische, äußere Idylle der Gesellschaft sezierte. Zeiten des Aufruhrs schlägt in eine ähnliche Kerbe. Der Zuschauer erhält einen voyeuristischen Blick auf das emotional pendelnde Verhältnis zwischen Frank und April, ohne jedoch wirklich in die Gefühlswelt der Protagonisten einzutauchen. Mendes erlaubt meist nur einen sehr distanzierten Blick auf die Geschehnisse und verbietet damit eine zu große Identifikation mit einer der beiden Parteien. Auf der Grundlage der bislang unerfüllten Wünsche, Träume und Sehnsüchte reibt sich das Ehepaar aneinander auf, findet zwischendurch wieder zueinander, nur um letztlich an sich und aneinander zu scheitern.

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Gelesen: Spin von Robert Charles Wilson

Beitrag von phil 27 - Oktober - 2009

Spin_WilsonLaut der New York Times zählen die Romane von Robert Charles Wilson zum Besten, was die Science-Fiction momentan zu bieten hat. Allen voran das 2006 mit dem Hugo Award als Bester Science-Fiction Roman ausgezeichnete Buch Spin. Der Roman handelt in erster Linie vom jungen Tyler Dupree der eines Tages miterleben muss, wie die Sterne verschwinden und den Himmel dunkel werden lassen. Hintergrund ist ein Energieschirm, welcher von einer außerirdischen Macht, die von den Erdenbewohnern als die “Hypothetischen” bezeichnet werden, erzeugt wurde und die Welt in einer Art Zeitblase gefangen nimmt. Während die Zeit für die Menschen in erster Linie ganz normal weiterläuft, verstreichen draußen im Universum Jahrtausende und Jahrmillionen. Schnell wird klar, dass die Sonne innerhalb weniger Erdenjahrzehnte zu verglühen droht, was unweigerlich das Ende der Menschheit nach sich ziehen würde.

Wer jedoch denkt, dass das den Auftakt einer hysterischen Space Opera darstellt, der wird schnell eines besseren belehrt. Der Spin stellt in erster Linie einen Aufhänger für die dystopische Grundausrichtung der Geschichte dar. Was passiert mit Staaten, Organisationen, dem Glauben, der Gesellschaft und vor allem den Menschen selbst, die sich unaufhaltsam und schleichend aber dennoch unabrückbar ihrem Ende nähern? Im Mittelpunkt der Geschichte stehen dabei der spätere Arzt Tyler Dupree, sowie die beiden Lawton-Zwillinge Diane und Jason, mit denen Tyler bereits seit seiner Kindheit in tiefer Freundschaft verbunden ist. Während Diane sich in den Jahren nach Erscheinen des Spins verschiedenen neuen Glaubensrichtungen hingibt und ihr Heil in der spirituellen Erlösung sucht, widmet Jason sein ganzes Leben der Erforschung des Spins und steht letztlich an der Spitze des Raumfahrtkonzerns Perhelion. Neben den gesellschaftlichen Veränderungen von annähernd dystopischen Ausmaßen, stellt sich jedoch immer die Frage: Wer ist für den Spin verantwortlich? Welchem Zweck dient er und wie kann er aufgelöst werden?

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Die große Trickkiste der Erzählkunst

Beitrag von chrisch 2 - August - 2009

Wer unseren Blog schon ein Weilchen verfolgt oder darin herumstöbert, wird zweifellos erkennen, das wir Untote eine massive Vorliebe für allerlei fiktionale Erzählung in Bild und Schrift haben, und dass dies auch für deren binärischen und/oder spielerischen Derivate wie Viedospiele/RGPs gilt. Die Zeit, die wir schon in Diskussion über wiederkehrende Muster und Konventionen gesteckt haben, können wir mittlerweile schon gar nicht mehr messen.

Und aus diesem Grund haben Gleichgesinnte im Netz die Seite der Television Tropes eingerichtet. Dahinter verbirgt sich ein erheiterndes Wiki, dass sich eben ausschliesslich mit wiederkehrenden Erzählungskonventionen in Filmen, Bücher, Rollenspielen und vielem mehr befasst. Und zwar durchaus ein wenig ironisch, so wie es das Munchkin-Kartenspiel tut, das wir ebenfalls für seinen Humor verehren.

Alternatives Lesen

Beitrag von chrisch 10 - Mai - 2009

Mit dem stetig zunehmenden Alter müssen wir feststellen, dass man immer seltener in die Lage gerät, durch die Buchhandlung zu schlendern und ein Werk zu sehen, das sofort interessant ist. Diesmal geschehen, als das Cover doch direkt die Kernfrage unzähliger Gedankenexperimente trägt: “Was wäre geschehen, wenn?”.

Was wäre geschehen, wenn...

Also dieses Motiv zieht bei uns ja immer. Man bedenke, dass sich aus diesem Ansatz das komplette fiktionale Genre der Romane und Filme von Alternativhistorien herleitet. Oder nebenbei bemerkt auch unsterblich Klassiker der elektronischen Unterhaltung wie die “Civilization”-Reihe. Allessamt Dinge, die dem Hang zu Faszinierendem entgegenkommen.

Zombified Pride & Prejudice

Beitrag von phil 2 - Februar - 2009

prideIch bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, was ich davon halten soll: Vor einigen Tagen gab es bei Nerdcore ein nettes Cover von Jane Austens bekanntem Roman Stolz und Vorurteil (Pride & Prejudice) zu sehen, auf dem die Hauptprotagonisten anscheinend eine zombieske Umgestaltung hat über sich ergehen lassen müssen (siehe Bild links). Was im ersten Moment wie ein nettes Zombie-Mashup Artwork aussah entpuppte sich beim zweiten Blick als das Cover eines tatsächlich existierenden Buches, Der Titel: Pride and Prejudice and Zombies: <strong>The Classic Regency Romance+now with Ultraviolent Zombie Mayhem!

Wer’s nicht glaubt, für den gibt’s hier den Beweis

Star Wars Horror-Buch

Beitrag von phil 27 - Januar - 2009

Star Wars DeathtroopersWir sind wirklich zwiegespalten angesichts der folgenden Meldung von StarWars.com. Anscheinend wird es noch in diesem Jahr ein Buch geben, welches dem Star Wars Franchise-Universum eine neue Facette hinzufügen will: Den Horror. An und für sich gar keine so schlechte Idee und vielleicht lässt sich aus der Mischung zwischen dem Star Wars Setting und dem Horror Genre wirklich etwas machen. Das Cover ist zwar Klischee beladen, aber relativ gut gelungen. Ein bißchen erinnert es an Saw. Negativ aufhorchen lässt einen lediglich der peinliche Titel Deathtroopers und die Tatsache, dass im Star Wars Universum schon einige Sachen relativ leichtfertig verbraten wurden.

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