Archiv für ‘Cinéma’ Kategorie

Rango – Auf der Suche nach Identität

Beitrag von chrisch 13 - März - 2011

Inzwischen haben sich Animationsfilme zweifellos als erfolgreiches Genre etabliert; ein eindeutiges Zeichen dafür ist, dass es mittlerweile auch eine Reihe recht schematischer Durchschnittswerke gibt – das ist erst dann möglich, wenn der Mainstream erreicht ist und die Produktionskosten entsprechend gesunken sind. Und eben wegen dieser Entwicklung stach für uns Rango in seiner Ankündigung heraus, weil er schlicht seltsam und ein wenig rauher wirkte. Und obwohl er hinter dieser unserer Erwartung zurückbleibt, wird er wahrscheinlich aber dennoch der für uns ungewöhnlichste Animationsfilm des Jahres 2011 sein.

Filmkritik: Lesbian Vampire Killers

Beitrag von phil 28 - März - 2010

Jimmy (Mathew Horne) wurde von seiner Freundin verlassen. Zum wiederholten Male. Zur Bewältigung seiner post-pubertären Trauer beschließt er, mit seinem arbeitslosen Freund Fletsch (James Corden) einen Wanderausflug in das provinzielle Cragwich zu unternehmen. Cragwich umgibt jedoch eine düstere Legende: Jedes Mädchen/Frau wird an ihrem 18. Geburtstag zu einem Vampir. Zu einem lesbischen wohlgemerkt…

So weit, so sinnfrei. Und es kommt natürlich alles wie es kommen muss. Die beiden ungleichen Freunde kämpfen gegen eine zunehmende Horde rumhüpfender Vampire, die mit ihrem albernen Gehampel augenscheinlich sexy und irgendwie auch lesbisch rüberkommen sollen. Das geht natürlich voll in die Hose. Sowohl für die beiden Haupt-Protagonisten, als auch für den Film selbst. Hier stimmt nur sehr wenig. Um Spannung geht es in Lesbian Vampire Killers sowieso nur sekundär. An erster Stelle sollen Spass und Sex stehen. Doch auch das funktioniert nur bedingt. Affektiert rumfummelnde Frauen finden wahrscheinlich pubertierende Teenager noch lustig, wirklich sexy ist das allerdings nicht. Und mit dem Spass ist das auch so eine Sache, denn auch wenn der eine oder andere Gag tatsächlich zum Schmunzeln anregt, verfolgt man den Großteil des Filmes doch recht teilnahmslos.

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Filmkritik: Crazy Heart

Beitrag von phil 24 - März - 2010

Um einen Oscar zu bekommen, bedarf es einer gewissen Reputation sowie einer tragischen Rollen in einem Biopic oder der Darstellung eines körperlich oder geistig behinderten Charakters. So behaupten zumindest Zyniker. Das ist natürlich maßlos übertrieben. Einen wahren Kern hat diese These dennoch. Da passt es augenscheinlich ins Bild, dass Jeff Bridges für seine Rolle in Crazy Heart endlich den begehrten Oscar als Bester Hauptdarsteller in Empfang nehmen durfte. Doch auch wenn Scott Coopers Regiedebüt strukturell und inhaltlich der Verfilmung einer Biographie gleicht, handelt es sich hierbei lediglich um die Verfilmung des gleichnamigen Romans über den fiktiven Country-Musiker Bad Blake.

Die einfache Struktur des Drehbuchs ist in erster Linie darauf ausgelegt, Jeff Bridges Darstellung zu exponieren. Als alternder und abgehalfterter Musiker mit Alkoholproblemen lernt Bad Blake die 20 Jahre jüngere Journalistin Jean (Maggie Gyllenhaal) kennen. Die daraus resultierende Beziehung gibt beiden die Möglichkeit eines Neuanfangs. Die alleinerziehende Jean sieht im väterlichen Verhalten Blakes die Möglichkeit, ihrem Sohn eine intaktes Familienleben zu schaffen. Blake selbst möchte seine Verfehlungen als Vater aus einer früheren Ehe wiedergutmachen und kämpft so unbewusst um eine Absolution, die ihm letztlich niemand geben kann. Dabei befindet er sich in einem immer währenden Konflikt mit seinem eigenen Dämonen. Vornehmlich dem Alkohol.

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Filmkritik: Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen

Beitrag von phil 15 - März - 2010

New Orleans ein Jahr nach Katrina. Der gerade zum Lieutenant beförderte Cop Terence McDonagh (Nicolas Cage) leidet aufgrund eines Unfalls an großen (Rücken-)Schmerzen, die er wahrscheinlich den Rest seines Lebens nicht mehr los werden wird. Der Preis für einen erfolgreichen Rettungsversuch noch während der Hochwasserflut. Helfen anfangs noch starke Schmerzmittel, flüchtet sich McDonagh mehr und mehr in die heilsverkündende Umarmung von Drogen, die ihn mehr und mehr vereinnahmen Gefangen nehmen. Sein eigentlicher Auftrag, die Suche nach dem Drogendealer Big Fate, der eine Familie afrikanischer Immigranten ermorden ließ, gerät dabei zusehends in den Hintergrund…

Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen ist das Remake eines achtbaren, aber in letzter Konsequenz viel zu konventionellen Films von 1992. Damals noch mit Harvey Keitel in der Hauptrolle. Werner Herzog, bekannt und geachtet für seine Autorenfilme und vor allem für den bändigenden Charakter seiner Regiearbeiten mit Klaus Kinski (Fitzcarraldo, Aguirre, der Zorn Gottes, Nosferatu – Phantom der Nacht), inszeniert den Stoff als eigene Interpretation des Pulp Genres im Stile von James Ellroys Romanen (Die schwarze Dahlie, L.A. Confidential – Stadt der Teufel) und deren Verfilmungen. Ebenso wie Ellroy bedient sich Herzog eines lakonischen Sprachgestus sowie einer Verrohung der Charaktere und der Gesellschaft. Doch während in Ellroys Romanen meist die Institutionen Staat und Polizei als verkommene und degenerierte Organe dargestellt werden, die Hauptprotagonisten jedoch trotz ihrer offensichtlichen Verfehlungen und Makel letztlich menschliche oder auch heldenhafte Züge offenbaren, zeigt Herzog den Niedergang des Anti-Helden in Form einer abwärts gerichteten Spirale bestehend aus Gewalt, Sex, Drogen und Glücksspiel. New Orleans, bereits vor der Katrina-Katastrophe für seine atmosphärische Dichte bekannt, erhält durch den zerstörenden Charakter des Hurrikans eine nochmalige Erhöhung seines Mystizismus und seiner Düsternis. Herzog weiß das für sich und für seinen Film zu nutzen.

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Filmkritik: Männer die auf Ziegen starren

Beitrag von phil 10 - März - 2010

Eine Ansammlung an erstklassigen Schauspielern wie George Clooney, Ewan McGregor, Jeff Bridges und Kevin Spacey klingt vielversprechend, denn die vier Hollywood-Stars sind in der Regel für ein gutes Händchen in ihrer Rollenauswahl bekannt. Regisseur Grant Heslov – semi-prominenter Schauspieler aus Good Night And Good Luck, Staatsfeind Nr. 1, True Lies oder Dante’s Peak – hat für sein Regiedebüt auch gleich mal den eben genannten Freundes- und Bekanntenkreis gecastet. Die Kombination aus Starpower, einem irrwitzigen Titel, einem ebensolchen Drehbuch und einem Filmplakat, welches auch für einen Coen-Film hätte Pate stehen können, garantiert einen nahezu sicheren Kassenerfolg und lässt auf einen potentielle Kultcharakter hoffen.

Männer die auf Ziegen starren beginnt als paramilitärische und parapsychologische Satire mit reichlich Hippie-Touch. Der Film lebt dabei in erster Linie von seinem originellen Drehbuch und den skurrilen Charakteren. Allen voran George Clooney und Jeff Bridges, wobei letztgenannter eine militärische Interpretation seiner Rolle als Dude aus The Big Lebowski zum Besten geben darf. Ewan McGregor bleibt da nur die Rolle des Sidekicks. Die erfüllt er zwar äußerst gewitzt, muss jedoch meist hinter Clooneys exponierter Darstellung ins zweite Glied zurückweichen. Das Zusammenspiel der beiden Hauptprotagonisten (Clooney und McGregor) ist dennoch das Highlight des Films.

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Filmkritik: Sherlock Holmes

Beitrag von phil 17 - Februar - 2010

Guy Ritchie hat im Laufe seiner Karriere als Filmregisseur genau zwei Film gedreht. Auf der einen Seite der von Zuschauern und Kritikern als indiskutabel bezeichnete Madonna-Film Stürmische Liebe – Swept Away und auf der anderen Seite eine als Kultfilm titulierte Thriller-Komödie im Gangstermilieu mit dem Namen Bube, Dame, König GrAs. Alle nachfolgenden Filme (Snatch – Schweine und Diamanten, Revolver, Rock N Rolla) folgen letztlich der gleichen Erzählstrukur und bieten lediglich Varianten des Konzepts von Bube, Dame, König, GrAs. Bezeichnend für diese Filme ist ein Übermaß an möglichst skurrilen Charakteren und Ideen, kombiniert mit brititschem Rüpel-Charme und Hau-Drauf-Brutalität. Guy Ritchie vermittelt ein fatalistisches Weltbild und trifft mit dieser Kombination punktgenau den Nerv vieler Kritiker und vor allem den des Publikums. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Ritchie sich außerhalb seiner eigens geschaffenen Genre-Grenzen erstmal beweisen muss. Mit Sherlock Holmes hat er erstmals die Möglichkeit dazu.

Sherlock Holmes ist den meisten Kinozuschauern ein Begriff, doch ein wirklich tiefgreifendes Bild der komplexen Romanfigur von Sir Arthur Conan Doyle fehlt dem Großteil des Publikums, liegt doch die letzte bekannte Kino- oder Serien-Adaption schon viele Jahre zurück. Sherlock Holmes ist für viele nur noch eine Popfigur. Als einziges bekanntes Merkmal bleibt der analytische Scharfsinn im Gedächtnis. Auf diese Weise kann Ritchie die Roman-Vorlage und vor allem den Charakter seiner Protagonisten nach belieben an die heutige Zeit und vor allem seinen persönlichen Stil anpassen.

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Filmkritik: Zeiten des Aufruhrs

Beitrag von phil 14 - Februar - 2010

Zeiten des Aufruhrs ist eine Literaturverfilmung des amerikanischen Schriftstellers Richard Yates (Orirginaltitel: Revolutionary Road) und thematisiert anhand der Beziehung eines ambitionierten, aber dennoch typischen amerikanischen Vorstadt-Ehepaares, die Träume und Sehnsüchte vieler Menschen in den 50er und 60er Jahren. Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Ehepaar Frank und April Wheeler (Leonardo DiCaprio und Kate Winslet). Frank, ein Mensch der nie herausfinden konnte, was er eigentlich mit seinem Leben anfangen will, arbeitet in einem Job, den er nicht ausstehen kann. April besuchte vormals eine Schauspielschule, ist allerdings nur mit mäßigem Talent gesegnet und findet sich irgendwann in der Rolle der Hausfrau und Mutter wieder. Beide Seiten verbindet eine tiefe Unzufriedenheit mit sich, dem Partner und dem Leben, die sich abwechselnd in Liebe, Hass, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit manifestiert. Doch dann fassen beide den Plan, ihr Leben in der amerikanischen Vorstadt aufzugeben und in Paris ein neues Leben zu beginnen. Der hoffnungsvolle Plan wird allerdings schon bald immer wieder hart auf die Probe gestellt.

Es ist wohl kein Zufall, dass mit Sam Mendes jemand Regie führte, der bereits mit American Beauty das Leben in den amerikanischen Vorstädten und dessen trügerische, äußere Idylle der Gesellschaft sezierte. Zeiten des Aufruhrs schlägt in eine ähnliche Kerbe. Der Zuschauer erhält einen voyeuristischen Blick auf das emotional pendelnde Verhältnis zwischen Frank und April, ohne jedoch wirklich in die Gefühlswelt der Protagonisten einzutauchen. Mendes erlaubt meist nur einen sehr distanzierten Blick auf die Geschehnisse und verbietet damit eine zu große Identifikation mit einer der beiden Parteien. Auf der Grundlage der bislang unerfüllten Wünsche, Träume und Sehnsüchte reibt sich das Ehepaar aneinander auf, findet zwischendurch wieder zueinander, nur um letztlich an sich und aneinander zu scheitern.

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Filmkritik: Vinyan

Beitrag von phil 5 - Februar - 2010

Vinyan, so nennt man die Seele eines Menschen, der eines grausamen Todes gestorben ist. Die Seele findet keine Ruhe und – so ist es allgemeiner Volksglaube in Thailand – verkehrt zum Bösen. Ein französisches Ehepaar hat ihren Sohn in den Flutwellen des Tsunamis verloren. Während sich der Vater und Ehemann (Rufus Sewell) mit dem Tod des Jungen bereits abgefunden zu haben scheint, konnte seine Frau Jeanne (Emmanuelle Béart) das schreckliche Ereignis noch nicht verarbeiten und klammert sich weiter an die Hoffnung an ein mögliches Überleben ihres einzigen Kindes. Der Glaube daran wird durch ein Video über obdachlose Kinder in Burma verstärkt, in dem sie ihren Sohn wieder zu erkennen glaubt. Jeanne überredet ihren Mann Paul zu einer kostspieligen Expedition nach Burma und zu einer Suche ins Herz des Dschungels jenseits jeglicher Zivilisation…

Der belgische Regisseurs Fabrice de Welz verarbeitet in Vinyan mehrere Motive und Handlungsebenen. Der Tod im Allgemeinen und der Verlust eines geliebten Menschen im Speziellen führen mehrere Stufen der Trauer nach sich. Durch die Reise in die “grüne Hölle” und die Abkehr von der Zivilisation, der zunehmenden Entfremdung, Desorientierung und immer stärker aufkommenden Beklemmung, erschafft de Welz eine allegorische Ebene auf der er seine Figuren neben dem emotionalen Aspekt auch die verschiedenen Verhaltensaspekt der Trauer durchleben und erleiden lässt. Doch während es in der Realität meist einen Ausweg aus bzw. eine Überwältigung oder Verarbeitung der Trauer gibt, verlieren sich Jeanne und Paul immer tiefer in diesem Sog aus negativen Gefühlen und finden keinen Ausweg. Die Reise in den burmesischen Dschungel steht dabei sinnbildlich für die Reise in das Herz das Finsternis.

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Filmkritik: Surrogates

Beitrag von chrisch 1 - Februar - 2010

Filmtechnisch ist im Januar hierzulande etwas Außergewöhnliches passiert: es kamen zwei Filme ziemlich zeitgleich ins Kino, welche sich dieselbe Grund-Thematik teilen, sie aber auf zwei völlig unterschiedliche Weise angehen. Der erste gezeigte Film war Gamer, der zweite Surrogates. Auf Surrogates hatten wir zugegeben schon ein wenig gelauert, seit wir letzten Sommer im Kino die Vorschau gesehen hatten, aber da es kein großer Blockbuster war, kam die traditionelle Filmstartverschiebung von drei oder mehr Monaten dazwischen.

Nun hatten wir wegen eben dieses damaligen lautstarken Trailers befürchtet, dass Surrogates ein arges Action-Spektakel und damit recht überflüssig sein würde, denn wer bräuchte ehrlicherweise diesen Film noch, wenn bereits Gamer läuft? Erfreulicherweise ist er das ganz und gar nicht und schlägt einen deutlich andere Richtung ein.

Worum geht’s? Auch hier wird eine nicht allzuferne Zukunft beschrieben, in der die Menschheit eine künstliche Parallelwelt in völlig neuem Ausmaß erschaffen hat. Allerdings sind die Avatare – als die titelgebenden Surrogates bezeichnet – clever konstruierte Roboter, die von ihrem Benutzer bequem vom sicher abgeschotteten Stem Chair aus gesteuert werden können. Ursprünglich als hehre Protesen und Hilfskonstrukte für Behinderte gedacht, sind diese Surrogates inzwischen dank extensiver Vermarktung  quasi alles, vom Spielzeug über Statussymbol bis hin zur Kampfmaschine für heikle Militärmissionen, sie sind das soziale Herzstück des öffentlichen Lebens. Die Gesellschaft ist keine Dystopie, das Leben in ihr findet ebenso gewaltfrei wie künstlich statt; sie scheint sich an der Grenze zur Dekadenz zu bewegen, ohne sie jedoch zu überschreiten – noch.

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Filmkritik: Outlander

Beitrag von phil 28 - Januar - 2010

Ein Raumschiff strandet im Jahr 709 n. Chr. auf der Erde zur Zeit und im Land der Wikinger. Von den beiden Raumfahrern überlebt nur der heimatlose Kainan (James Caviezel) und eine außerirdische, drachengleiche und äußerst bösartige Kreatur, die sich auch gleich anschickt ein ganzes Dorf der Nordmänner um den grobschlächtigen Gunnar (Ron Perlman) in dessen Abwesenheit dem Erdboden gleich zu machen. Kainan wird von den Einheimischen Kriegern des benachbarten Dorfes um König Rothgar (James Hurt) gefangen genommen und steht unter dem Verdacht, für das Unheil verantwortlich zu sein. Doch die blutigen Todesopfer nehmen kein Ende. Kainan erarbeitet sich mühsam das Vertrauen der Krieger und Dorfbewohner und bläst zur großen Jagd auf das fremde Wesen mit dem Namen Morween.

Die einfältig anmutende Geschichte wurde in der bisherigen Kinogeschichte schon unzählige Male erzählt und beinhaltet das altbekannte Mann-gegen-Monster-Szenario, welches in Alien schon 1979 seinen Höhepunkt hatte. Auch wenn es dort natürlich Frau gegen Monster war. Doch eine weitaus ähnlichere Analogie zu Outlander stellt das angelsächsische Helden-Gedicht Beowulf dar, welches ebenfalls auf einige mehr oder minder gelungene filmische Umsetzungen zurückblicken kann. Doch während die düstere Verfilmung Beowulf (1999) mit Christopher Lambert in der Hauptrolle selbst die Bezeichnung B-Movie kaum verdiente und die computeranimierte Umsetzung Die Legende von Beowulf aus 2007 erstaunlich lieblos und blutleer in Erinnerung bleibt, wirkt der Genre-Mix aus klassischen Science-Fiction Elementen und Fantasy wahrlich erfrischend. Regisseur Howard McCain versucht erst gar nicht, dem Zuschauer den einfachen Stoff als etwas anderes zu verkaufen und bewegt sich innerhalb der stilistischen Grenzen überaus gekonnt ohne in zu trashige Gefilde abzutauchen.

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